Gewalt gegen Indigene in Brasilien

Dramatische Zahlen aus dem Bericht des Indigenen Missionsrates CIMI: 60 Indigene wurden 2010 ermordet, 152 erhielten Morddrohungen. Auffällig ist die Konzentration der Gewalt in den Sojaanbaugebieten.

Foto: www.cimi.org.br

Bischof Erwin Kräutler präsentierte in Brasilia den Jahresbericht 2010 des Indigenen Missionsrates CIMI von der Brasilianischen Bischofskonferenz. 2010 wurden 60 Indigene ermordet, 152 erhielten Morddrohungen. 92 Kinder unter 5 Jahren starben, weil sie keine ärztliche Behandlung erhielten. 42.000 Indigene bekammen keine gesundheitliche oder schulische Betreuung. In 33 Fällen kam es zu Invasionen geschützter indigener Gebiete und zur illegalen Ausbeutung natürlicher Ressourcen.

Gewalt in Sojaanbaugebieten


„Nichts hat sich verbessert“ betont die Koordinatorin der Studie, Dr. Lúcia Helena Rangel von der Katholischen Universität São Paulo PUC. „Es gab einige Verschiebungen, aber die Rahmenbedingungen haben sich nicht verbessert, weil Verfassungsbestimmungen nicht eingehalten werden. Indigene Rechte werden missachtet, die Anerkennung ihrer Gebiete verschleppt.“ Auffällig ist die Konzentration der Gewalt in den Sojaanbaugebieten, vor allem in Mato Grosso do Sul. "Dort werden Indigene Völker auf kleinen, völlig unzureichenden Flächen zusammengedrängt. Sie leben unter Bedingungen, die teilweise an Konzentrationslager erinnern. Selbst wenn sie ihr Land bekämen, wären die Sojaexporte nicht gefährdet, aber die ans fanatische grenzende Ideologie der Agrarindustriellen kümmern Menschenrechte genauso wenig wie der Erhalt der Natur", so Johann Kandler vom Klimabündnis Österreich.


Zur Problematik "Sojaanbau" bietet das Klimabündnis seinen Gemeinden den Film „Birdwatchers“. Infos zum Film und zum Verleih.


Die Klimabündnis-Partnerschaft am Rio Negro

Seit 1993 unterstützen Klimabündnis-Städte, -Gemeinden und -Länder sowie die österreichische Entwicklungszusammenarbeit die FOIRN (Dachverband der indigenen Organisationen am Rio Negro) mit solidarischen Beiträgen. Seit Beginn wird die Partnerschaft von HORIZONT3000, der Österreichischen Organisation für Entwicklungszusammenarbeit, mitgeplant, begleitet und abgewickelt.

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