Brasiliens Treibhausgasemissionen gestiegen

Trotz Wirtschaftsflaute sind die Treibhausgasemissionen 2016 im Vergleich zum Jahr 2015 um 8,9 % gestiegen. 

Foto: Gustavo Tosello, ISA

Damit liegt das Land 70 % über den prognostizierten Emissionen für 2020 und befindet sich auf Platz 7 der Weltrangliste. Hauptverursacher  ist die großflächige agroindustrielle Landwirtschaft, die auch für die Zunahme der Rodungsrate im Amazonas um 27 % verantwortlich ist. Über 8.000 km² Wald wurden gerodet und die Rinderzahl ist auf 198 Millionen gestiegen. Durch ihre politischen VertreterInnen verhindert das Agrobusiness die Strafverfolgung des unter Korruptionsverdacht stehenden Präsidenten Temer, der im Gegenzug Schutzgebiete reduziert und die Rechte der indigenen Völker und der Landarbeiter schmälert.

Seit Monaten herrschen Hitze und Trockenheiten in weiten Teilen Brasiliens, Flüsse wie der Rio São Francisco und Wasserspeicher haben ihren niedrigsten Stand seit Jahren erreicht. Ein Drittel der Gemeinden des Bundesstaates Rio de Janeiro hat wegen Wassernot den Ausnahmezustand erklärt. Das Schutzgebiet „Chapada dos Veadeiros“ im Südwesten des Amazonas  wurde durch gelegte Brände, hinter denen Großgrundbesitzer vermutet werden, zu 80 bis 90 % innerhalb der letzten 14 Tage vernichtet, das entspricht etwa 55.000 Hektar.

Um diesen Bedrohungen entgegenzuwirken arbeiten die Klimabündnis-Partnerorganisationen FOIRN und ISA mit Beteiligung der indigenen Dorfgemeinschaften des Rio Negro emsig an der Erstellung eines Raumordnungskonzepts mit dem Ziel, den Regenwald zu erhalten. Im November soll es RegierungsvertreterInnen präsentiert und eine rasche Umsetzung gefordert werden. Seit Jahren gibt es Pilotprojekte für Wald-Landwirtschaft, Ökotourismus, Vermarktung regionaler Produkte u.a.m. in der Region, die für viele Familien konkrete Verbesserungen gebracht haben. 

HIER erfahren Sie mehr über die einzigartige Partnerschaft mit der FOIRN, Dachverband der indigenen Organisationen am Rio Negro.

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