Eisblockwette in Zell am See

Das traditionsreiche Eisschneiden am Zeller See in seiner modernen Fassung

Eisschneiden am Zeller See, Foto zur Verfügung gestellt von W. Hörl

Die Klimabündnis-Gemeinde Zell am See lässt 100 Jahre alte Tradition aufleben -

Am 26. Februar wurde ein Eisblock geschnitten und für die Wette wärmegedämmt.

Alte Tradition trifft auf neue Technik. In der Klimabündnis-Gemeinde Zell am See wurde nach mehr als 60 Jahren erstmals wieder traditionell Eis geschnitten. Und das für den Klimaschutz. Nach dem Schneiden wurde der Eisblock mit modernster Wärmedämmung eingepackt. Mit dem "Eisverpacken" soll die Wichtigkeit und Wirkung von Gebäudedämmung anschaulich gezeigt werden.

Bis zur Enthüllung am 23. Mai 2010 kann jeder einen Tipp abgeben, wie viel Eis noch übrig geblieben ist. Es gibt tolle Preise zu gewinnen. Die Teilnahmekarten gibt es hier und auf der Gemeindehomepage von Zell am See zum Download

 



 



Bis Mai wird der Eisblock am Stadtplatz von Zell am See, am Thumersbacher Dorfplatz und im Vellmar Park in Schüttdorf aufgestellt. An den einzelnen Stationen wird er dann von Schülern gestaltet.

von 26.2. bis 8.3.2010 Dorfplatz Thumersbach
von 8.3. bis 15.3.2010 Vellmar Platz Schüttdorf
von 15.3. bis 22.3.2010 Vorplatz BG/BRG in Schüttdorf
von 22.3. bis 23.5.2010 Stadtplatz Zell am See


 

Teilnahmebedingungen: Alle Einsendungen die bis zum Stichtag eingegangen sind. Preise gibt es für die Schätzungen die dem am 23. Mai 2010 ermittelten Wert am nächsten kommen. Teilnahme unter Ausschluss des Rechtsweges!

Stadthistoriker war beim Eisschneiden mit dabei

Einer der weis wie es geht, und auch zahlreiche Informationen zu diesem Thema zusammengetragen hat, war am 26. Februar beim Eisschneiden mit dabei sein – Horst Scholz vom Stadtarchiv Zell am See. Bei einem life-Interview gab es  Interessantes und Wissenswertes zum Thema zu erfahren.

Horst Scholz: In Zell am See war das Eisschneiden sogar ein Wirtschaftsfaktor. Das Eis wurde bis München und ganz Salzburg geliefert um dort die Bierkeller zu kühlen. Auch ein eigenes Lastgleis für die Eisenbahnverladung in Zell am See wurde angelegt. Mit den Erträgen aus dem lukrativen Eishandel konnte die Stadt Zell am See sogar ein Gemeindehaus errichten.

Das Eis wurde für alle Kühlzwecke eingesetzt. In fast allen Gaststätten wurde es in Eiskellern oder Häusern gelagert und damit der Eiskasten und natürlich auch das Bier gekühlt. Das war Saisonbeschäftigung für die Landwirte der Umgebung aber auch für die Bürger von Zell am See, die ebenfalls vom Eisschneiden profitierten.

Heute wird das von modernen Kühlanlagen unter großem Energieaufwand gemacht. Früher war das noch Schwerstarbeit mit den eigenen Händen.

Eisbedeckung und Klimawandel

Interessant auch, dass der Zeller See, ähnlich wie unsere Gletscher, ein Indikator für den Klimawandel ist. So hatte der See in den Jahren 1994/95, 2000/01 und 2006/07 keine geschlossene Eisdecke, was in den 100 Jahren davor nie der Fall war.

 

mehr Bilder vom Eisschneiden in der Gallerie ganz unten

Umweltfreundliche Wärmedämm-Stoffe

Gedämmt wird der Eisblock mit umweltfreundlichen Produkten. Dafür sorgt der Wärmedämmungs-Spezialist und Klimabündnis-Betrieb Isocell aus Neumarkt/Wallersee. Die Hülle des Eisblocks, zwei Lagen OSB-Platten, gefüllt mit 240 mm Altpapierdämmflocken die luftdicht verklebt wurden, entspricht einem U Wert von 0,16 W/m²K

Eine hervorragende, preisgekrönte (3. Platz, Landesausscheidung des Cyberschool Wettbewerbes) Hintergrundinformationen zum Thema Eisschneiden haben vor einigen Jahren Schüler des Gymnasiums in Zell am See unter der Leitung von Dr. Peter Wittner zusammengestellt:

Eisschneiden am Zeller See, Gymnasium Zell am See

Zeitzeugenbericht vom Eisschneiden am Trumer See




 

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