Klimabündnis-Erfolg: 8.000 km² Regenwald geschützt

Indigene Völker am Oberen Rio Negro erhielten Landrechte - für eine Regenwald-Fläche in Amazonien, die größer als das Bundesland Salzburg ist.

Maximiliano Menezes von der Indigenen Organisation FOIRN zeigt St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler das indigene Gebiet am Oberen Rio Negro, 2012 bei seinem Besuch in Österreich. Foto: Camila Sobral/ISA

Der Tag der Indigenen in Brasilien 2013 ist auch für Österreichs Klimabündnis-Gemeinden ein Feiertag. Die brasilianische Regierung hat drei indigene Schutzgebiete anerkannt. Das größte – Cué-Cué-Maribatanas - mit über 8.000 km² liegt in der Klimabündnis-Partnerregion am Oberen Rio Negro im Nordwesten Brasiliens. „Eine Regenwald-Fläche größer als das Bundesland Salzburg, bewohnt von über 1.800 Angehörigen verschiedener indigener Völker, wurde damit unter Schutz gestellt“, freut sich Peter Molnar, Geschäftsführer von Klimabündnis Österreich.

Seit über 20 Jahren kämpft die FOIRN, Dachverband der indigenen Organisationen am Rio Negro, um die Anerkennung ihrer traditionellen Landrechte. Seit 1993 unterstützen Klimabündnis-Gemeinden die indigenen Partner politisch, ideell und finanziell. Mittlerweile engagieren sich bereits über 941 Gemeinden in Österreich im Klimabündnis. Die Anerkennung der Landrechte ist ein gemeinsamer Erfolg“, so Molnar.

Klimabündnis-Partnerschaft schützt Regenwald

1998 erreichte die FOIRN mit österreichischer Unterstützung die Anerkennung von 110.000 km² Regenwald, die jetzt auf insgesamt über 118.000 km² erweitert werden. Das ist eine Fläche, die mehr als eineinhalb Mal so groß wie Österreich ist. Durch die Partnerschaft wird unter anderem auch der Ausbau des indigenen Schulwesens, die Stärkung der Kultur und die traditionelle nachhaltige Bewirtschaftung des Regenwaldes gefördert. „Die einheimische Bevölkerung zu stärken ist die beste Form, den Regenwald langfristig zu schützen“ ist Johann Kandler, Amazonasbeauftragter im Klimabündnis, überzeugt. Das bestätigt auch eine aktuelle wissenschaftliche Analyse, die im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" publiziert wurde. 292 Waldgebieten mit unterschiedlichem Schutzstatus wurden in Brasilien analysiert. Erwartungsgemäß schnitten die streng geschützten Zonen besser ab als die Gebiete mit nachhaltiger Bewirtschaftung. Am besten wurde der Regenwald dort geschützt, wo die Landrechte indigenen Völkern übertragen wurde.

Druck auf indigene Völker in Amazonien wächst

Kandler hat in den letzten Wochen Vorort  die drastische Situation erlebt: „Vergangenes Jahr wurden in Brasilien rund 5.000 km² Regenwald zerstört – für Soja, Rinder, Bergbau und Staudammbauten wie Belo Monte. Dort werden 40.000 Menschen zwangsumgesiedelt und viele Umweltauflagen missachtet. Durch Gesetzesänderungen sollen die Rechte indigener Völker beschnitten und der Zugang zu Bodenschätzen erleichtert werden. Um das zu verhindern müssen der Energie- und Materialverbrauch reduziert und positive Beispiele wie am Rio Negro gefördert werden."

Anerkannte Schutzgebiete in der Klimabündnis-Partnerregion am Rio Negro. Foto: Klimabündnis Österreich
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