Klimawandel erreicht Rio Negro

März 2007: In Amazonien musste bereits der Notstand ausgerufen werden - Der Klimawandel trifft Menschen, die ihn am wenigsten verschulden!

Foto: FOIRN

Versorgungsadern Flüsse vertrocknet
Vergangenen Februar fiel im Gebiet des Rio Negro (Amazonien) nur etwa die Hälfte der durchschnittlichen Regenmenge dieser Jahreszeit - dadurch sank der Wasserspiegel um drei Meter. Der Bootsverkehr musste eingestellt werden, die Versorgung der Orte "Sao Gabriel da Cachoeira" und "Santa Isabel" ist nicht mehr möglich. Über 400 Dörfer sind bereits von der Außenwelt abgeschnitten. Am 3. März wurde daher der Notstand in der Region ausgerufen.

 
Laut Domingos Barreto, Präsident der FOIRN, ist die Situation in den Dörfern noch nicht dramatisch, weil sie sich selbst mit Nahrungsmittel versorgen. Aber in den Städten und größeren Orten fehlen bereits Lebensmittel und die Preise dafür sind stark gestiegen. Das Dieselöl für die Stromaggregate geht zu Ende und damit bricht die Energieversorgung zusammen.

Regenwald gefährdet
Die Indigenen beobachten schon seit Jahren, dass sich die Niederschläge verringern und immer öfter ausbleiben, während die Temperatur steigt. Ende Februar veröffentlichte die brasilianische Umweltministerin Marina da Silva eine Studie, die einen Temperaturanstieg um bis zu 8° für Amazonien prognostiziert. Gleichzeitig werden sich die Niederschläge verringern, was zur Schwächung und zum Absterben vieler Pflanzen führen wird. Sollte der Klimawandel ungehemmt weiter gehen wird der Großteil des Regenwaldes absterben. Welche globalen Auswirkungen das Verschwinden des letzten großen Regenwaldgebietes der Erde, in dem sich auch ein Fünftel der weltweiten Süßwassermenge (!) befindet, haben wird kann niemand wirklich voraussagen. Aber nach Meinung der Schamanen ist das Überleben der Menschheit stark an das Schicksal der Wälder geknüpft.


"Wir indigene Völker haben immer die Natur mit Respekt und Verantwortung behandelt und den Regenwald erhalten. Aber jetzt leiden wir unter den Folgen des Klimawandels, der letztlich durch die Profitgier und Verantwortungslosigkeit von UnternehmerInnen und PolitikerInnen, die nur ihre eigenen Interessen verfolgen, verursacht wird" stellt Domingos Barreto fest. "Wir hoffen, dass jene, die sich schon seit langem für den Klimaschutz einsetzen, viel mehr Gehör finden und dass wirksame Maßnahmen ergriffen werden!"

Foto: FOIRN

Info & Kontakt
Klimabündnis Österreich
Ing. Johann Kandler
 

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