Mobilität der Zukunft

In einer siebenteiligen Serie beleuchten wir das Mobilitätsverhalten der ÖsterreicherInnen. Wie sind wir unterwegs? Und was hat sich in den letzten 20 Jahren verändert? Die vierköpfige Familie Flink begleitet uns durch diese Serie.

Illustration: Daniela Waser / www.oteloegen.at

12 Jahre hat das Zweitauto der Familie Flink auf dem Buckel. Da wieder eine größere Reparatur ansteht, wird im Familienrat besprochen, ob nochmals viel Geld in das Auto gesteckt werden soll oder ob ein neues sinnvoller ist. Ein gewichtiges Wort hat diesmal auch Tochter Lisa mitzureden. Immerhin ist sie es, die das Zweitauto ebenso nutzt. So richtig begeistern kann sich die Studentin für ein neues Auto trotzdem nicht. Aus ihrem Studium weiß sie, dass sich die Mobilität in den kommenden Jahrzehnten grundlegend ändern wird. Drei Schlagworte fallen ihr dazu ein: vermeiden - verlagern - verbessern

Diese Ziele finden sich auch in der #mission2030 wieder, die die strategischen Ziele im Klima- und Energiebereich für die nächsten Jahre und Jahrzehnte festlegt:

  • vermeiden, heißt überlegen, ob Wege überhaupt notwendig sind, ob moderne Medien diese nicht teilweise ersetzen, ob der Besetzungsgrad im Auto erhöht werden kann, ob mittelfristig Siedlungsstrukturen mit kurzen Wegen geschaffen werden können.
  • verlagern, heißt auf umweltfreundlichere Alternativen verlagern (zu Fuß, per Rad, Öffis) und Sharing-Systeme der pragmatischen Mulitmodalität folgend
  • verbessern, heißt vom Verbrennungsmotor zum E-Auto oder langfristig auch vielleicht zum Wasserstoffauto hin, ein Verbessern der Technologie. In diesem Zusammenhang ist auch autonomes Fahren ein Thema.

VerkehrsexpertInnen sprechen zunehmend von einer "pragmatischen Multimodalität". Gerade im urbanen Bereich und bei jungen Personen wird eine zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber dem eigenen Auto festgestellt. Man will ein Auto nutzen, muss es aber nicht besitzen. Mit Smartphone und Apps erhält man leicht Zugang zu Sharing-Systemen und überlegt bei Wegen, welcher Modi der optimale ist: zu Fuß, mit dem Rad, mit den Öffis, mit einem Carsharing-Auto oder mit dem eigenen Auto, das man mitunter schwer parken kann. Lisa kann das sehr gut nachvollziehen, auch ihr fehlt der persönliche Bezug zum eigenen Auto.

Wesentlicher Aspekt in der Mobilität der nächsten Jahre und Jahrzehnte ist, dass autonomes Fahren, also das Fahren ohne FahrerIn sowohl bei Autos als auch bei den Öffis ein Thema wird. Verkehrsinformationen sind kurzfristig jederzeit abrufbar. Teleworking nimmt zu, die Urbanisierung und Suburbanisierung schreitet weiter voran.

Lisa setzt noch eines drauf. „Wie wäre es, wenn wir überhaupt gleich ein E-Fahrrad nehmen. Mit einem Anhänger ist auch der Wocheneinkauf kein Problem. Und bei der Anzahl der verkauften E-Bikes sind wir Österreicher sogar EU-Spitze. Nur in den Niederlanden und in Belgien werden derzeit noch mehr Pedelecs verkauft.“ - siehe Grafik Verkaufszahlen von E-Fahrrädern österreichweit.

Papa Herbert kommt ins Grübeln: "Eigentlich wollten wir ja nur entscheiden, ob wir unser altes Auto behalten oder ein neues kaufen. Aber stimmt, wir sollten unser Mobilitätsverhalten grundsätzlich überdenken. Vermeiden - verlagern - verbessern, versuchen wir es einmal. Machen wir unsere eigene Mission2030 draus."

Ende der Serie

Die Zukunft der Mobilität hat begonnen. Zahlen und Fakten wie jene aus der Mobilitätserhebung "Österreich unterwegs 2013/2014" liefern Grundlagen für Planungen und Entscheidungen. Nutzen Sie diese.

Für kleinräumige Mobilitätserhebungen in Ihrer Gemeinde oder Region können die Daten von "Österreich unterwegs" eine wertvolle Ergänzung darstellen. Falls Sie eine Erhebung planen, setzen sie auf unser bewährtes System auf und kontaktieren Sie uns.

Wussten Sie, dass...

...die Fahrweiten mit dem Pkw in 90 % der Fälle unter 100 km liegen und damit für durschnittliche E-Autos weitaus ausreichend sind, unabhängig von den Witterungsbedingungen. E-Pkws eignen sich auch sehr gut als Zweitauto, so diese unbedingt notwendig sind. Lange Urlaubsfahren oder weitere Wochenendausflüge sind nicht relevant.
Nur 10 % der Fahrten an Werktagen mit dem Pkw sind länger als 100 km. Die durchschnittliche Tagesweglänge mit den Pkw als LenkerInnen liegt bei 48 kmsiehe Fahrweiten mit dem Pkw (als LenkerInnen).

... die E-Mobilität sich steigender Beleibtheit erfreut: Bis 2014/2015 waren die jährlichen Neuzulassungszahlen bei den Pkws noch gering, seither gibt es ein starkes Wachstum. Mit den aktuellen Förderungen für die E-Mobilität wurde ein effizientes Mittel geschaffen, den beginnenden Technologiesprung zu forcieren.
2017 wurden österreichweit über 7.000 E-Pkw (Klasse M1) verkauft, das sind knapp über 2 % der insgesamt neu zugelassenen Pkw - siehe Neuzulassungen von E-Pkw und Anteil an der Gesamtzulassungszahlen. 

... ein wesentliches Kaufkriterium für E-Pkw die Frage ist, wo bei weiteren Fahrten schnell und bequem aufgeladen werden kann. Österreichweit gibt es bereits rund 3.200 Normalladepunkte und 530 Schnellladepunkte (Ladeleistung über 22kW) -  siehe Übersicht der öffentlich zugänglichen Ladepunkte in Österreich.

...E-Fahrräder immer beliebter werden: 2017 lag die Gesamtzahl der verkauften E-Bikes in Österreich bei über 120.000, das sind knapp 30 % des Gesamtmaktes. Mit Rang drei hinter den Niederlanden und Belgien liegt hier Österreich europaweit mit der Anzahl der verkauften  Pedelecs an führender Stelle - siehe Verkaufszahlen von E-Fahrrädern österreichweit.

...für Unternehmen, öffentliche Gebietskörperschaften und Vereine eine Förderung zur Anschaffung von E-Fahrrädern und E-Transporträdern in der Höhe von €100.- bzw. 250.- gibt. Details dazu unter: www.umweltfoerderung.at

Weiterführende Informationen zum Thema E-Mobilität finden Sie unter: Informationsblätter des bmvit und den Monitoringstudien der austriatech.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer entgeltlichen Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit).

Interesse an der Serie?

Hier geht es zu Teil 1: Wie sich die Zeiten doch ändern!
Hier geht es zu Teil 2: Wie sind wir täglich unterwegs!
Hier geht es zu Teil 3: Wie unterscheidet sich das Mobilitätsverhalten der urbanen zur ländlichen Bevölkerung?
Hier geht es zu Teil 4: Wie sich der Schulweg geändert hat?
Hier geht es zu Teil 5: Radfahren ist immer attraktiv, bei Sonnenschein und warmem Wetter ganz besonders!
Hier geht es zu Teil 6: Bahnfahren: Kinderleicht und immer beliebter!
 

Anmeldung für den KlimaNews-Newsletter

E-Mail:

Schutz personenbezogener Daten
Klimabündnis Österreich achtet die Privatsphäre der NutzerInnen. Alle Angaben werden entsprechend den geltenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich behandelt. Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Klimabündnis Österreich sammelt personenbezogene Daten nur, soweit es für einen bestimmten Zweck erforderlich ist. Die Angaben werden nicht für einen damit unvereinbaren Zweck weiterverwendet.
 

Österreich unterwegs

Die österreichweite Mobilitätserhebung "Österreich unterwegs 2013/2014" ist die erste dieser Art seit 20 Jahren. 

Ziel der Serie

In sieben Teilen streichen wir die zentralen Aspekte der Mobilitätserhebung heraus.

Ziel ist es, dass Verantwortliche in Gemeinden, Städten und Regionen ihre Entscheidungen im Mobilitätsbereich auf Basis von soliden Daten treffen können.

nach oben

X

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen