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Best Practice Projekte
Energie
Erhebung und Planung
- Energieerhebung / -buchhaltung: Betreuung der Heizungsanlagen in öffentlichen Gebäuden der Stadt Wiener Neustadt (Schulen, Kindergärten, Rathaus, Wohnhausanlagen mit Zentralheizung, Stadtheim, Stadttheater, etc.) durch den stadteigenen Installationsbetrieb (laufende Erfassung der Energieverbrauchsdaten und Optimierung von Anlagen).
- Energiekonzept: Das "Energieversorgungs- und Luftschadstoffvermeidungs-Konzept Wr. Neustadt", wurde 1995 fertiggestellt und resultierte in einem 38 Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog. Erklärtes Ziel des "Energie-Konzeptes" Wiener Neustadt ist die 50%-ige CO2-Reduktion gemäß dem Klimabündnis-Ziel.
Im Zuge der Erstellung des "Energie-Konzeptes" wurden die Bereiche private Haushalte, öffentliche Gebäude, Gewerbe und Industrie hinsichtlich des Energie-Verbrauches zur Erzeugung von Raum- und Prozeßwärme, des Verbrauches an elektrischer Energie, sowie der Luftschadstoffemissionen (insbesondere CO2) untersucht. Weiters wurden die Luftschadstoffemissionen aus dem Verkehr auf der Basis der Daten des Verkehrskonzeptes Wiener Neustadt überschlagsmäßig ermittelt. Im Jahr 2003 wurde die Evaluierung des "Energie-Konzeptes" Wiener Neustadt fertiggestellt. Ziel war es festzustellen, ob die umgesetzten Maßnahmen CO2-Reduktionen bewirkt haben. Festgestellt wurde, dass die CO2-Reduktionen durch umgesetzte Maßnahmen (Sanierung öffentlicher Gebäude, Errichtung eines Biomasseheizwerkes, Nutzung von Stromeinsparpotentialen, etc.) durch die CO2-Emissionen aus dem zunehmenden Verkehr kompensiert wurden, bzw. die CO2-Emissionen insgesamt auf Grund der Steigerungsraten des Verkehrs zugenommen haben.
Energiesparen / Energie-Effizienz
- Passiv- und Niedrigenergiehaus: Maßnahmen- Wärmedämmung an Gebäuden:
Beispiele: - wärmetechnische Sanierung von gemeindeeigenen Wohnhausanlagen (Vollwärmefassaden, Dachbodenisolierungen, Kellerdeckenisolierungen, Fenstertausch) mit Energiekennzahlberechnungen (als Bedingung zur Inanspruchnahme von Fördermitteln des Landes NÖ) - wärmetechnische Sanierung öffentlicher Gebäude (Schulen, Kindergärten, etc.), z.B. Europaschule, Volksschule Ungarviertel (wird derzeit saniert). - Sanierung des ehemaligen Stadtwerke-Gebäudes (Vollwärmeschutzfassade; 2003) - Sanierung des Friedhofgebäudes (Vollwärmeschutzfassade; 2006)
- Wärmedämmung: Beispiele Maßnahme - gemeindeeigene Gebäude siehe vorherigen Punkt "Passiv- und Niedrigenergiehaus"
- - über Energie-Contracting: In der Projekphase sind derzeit 2 Projekte (2 Hauptschulen), für die eine komplette Sanierung ansteht (Finanzierung über Contracting).
- ... durch entsprechendes Kaufentscheidungsverhalten: - laufende Digitalisierung der Straßenbe-leuchtung (seit 2004 in Teilabschnitten; Dimmen von einzelnen Straßenzügen je nach Bedarf über Laptop; im Zuge des Umbaus wurden ältere Beleuchtungsmittel ausgetauscht und durch energieeffizientere Leuchtmittel ersetzt). Der Neubau von Straßenbeleuchtungen wird laufend auf das neue System ausgerichtet.
- Einsatz von Energiesparlampen in öffentlichen Gebäuden
- Raumplanung/ -ordnung (Bebauungsplan, örtliches Entwicklungskonzept, etc.): Bei der Erstellung von Bebauungsplänen in der Stadt Wiener Neustadt wird bei der Festlegung der zukünftigen Siedlungsstruktur (Lage der Erschließungsstraßen, Bebauungsfestlegungen) auf die Anforderungen passiver Solarenergienutzung so weit als möglich Rücksicht genommen.
Erneuerbare Energie
- Hackschnitzel (inkl. Nah- und Fernwärme): - Das Fernwärmenetz in Wr. Neustadt wurde kontinuierlich ausgebaut. Betreiber des Fernwärmenetzes ist die EVN. Zunächst erfolgte die Versorgung aus der Wärmezentrale des Krankenhauses (Erdgas). 1999 wurde das Biomasseheizwerk Civitas Nova in Betrieb genommen (5 MW). Bis zu einer Gesamtabnahme im Fernwärmenetz von 5 MW wird die gesamte Energie durch das Biomasseheizwerk bereitgestellt.
Seit 2003 wird in der Anlage "Civitas Nova" auch Elektrizität aus Biomasse erzeugt. Im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsprojektes wurde eine Demonstrationsanlage errichtet, in der aus Biomasse Holzgas erzeugt und in einem Blockheizkraftwerk in Elektrizität und Fernwärme umgewandelt wird. Beispiele: - Umstellung öffentlicher Gebäude auf Fernwärme (Europaschule, altes Rathaus, Modeschule und BAKIP etc.) - Umstellung von Wohnhausanlagen auf Fernwärme (Adlergasse 3, Ferdinand-Porsche-Ring 1, Schlögelgasse 6, etc.) - Für die Neuerrichtung der Stadtgartenverwaltung wurde eine Hackschnitzelanlage projektiert. Auf Grund von Einsparungsmaßnahmen im Bereich der Stadt Wr. Neustadt liegt die Neuerrichtung der Stadtgartenverwaltung jedoch derzeit "auf Eis". - Im Bereich der alten Stadtgartenverwaltung wird die derzeit vorhandene Gasheizung durch eine Hackschnitzelheizung (150 kW) ersetzt. Fertigstellung 2007/2008! Die Hackschnitzel kommen aus dem Eigenbereich der Stadtgartenverwaltung (Baum- und Strauchschnitt).
- Thermische Solaranlage zur Warmwasserbereitung: - Errichtung eines Fassadenkollektors (20 m2) im Bereich der Abfallbehandlungsanlage Heideansiedlung (zur Warmwasserbereitung)
- Sonnenkollektoren im Volksbad zur Schwimmbadwassererwärmung - Solaranlage zur Warmwasserbereitung im Kindergarten Nittnergasse 11.
- Windenergie: Die Möglichkeiten der Windenergienutzung in Wiener Neustadt wurden untersucht (Windmessungen an 2 Standorten über die Dauer eines Jahres). Auf Grund der zu geringen Windausbeute und der begrenzeten Möglichkeiten für Standorte (Flugsicherungszonen) wurde die Nutzung von Windenergie in Wr. Neustadt nicht weiter verfolgt.
- Erdwärme und Wärmerückgewinnung aus Quellen, etc.: Ein Projekt über die Nutzung erdwarmen Wassers in Wiener Neustadt wurde beauftragt. Geologische und energietechnische Aspekte wurden im Rahmen der Studie beleuchtet. Auf Grund der enormen Kosten für eine Risikobohrung wurde das Geothermie-Projekt jedoch nicht weiter verfolgt.
Gemeindeförderungen
- In der Vergangenheit wurden folgende Förderungen gewährt:
- Von 1994 - 2005 wurden von Seiten der Stadt Wr. Neustadt Solar- und Wärmepumpenanlagen in Form von einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschüssen (bis max. 10% der anerkannten Investitionskosten und bis max. 726,73.-) für Eigenheime und Gruppenwohnbauten gefördert. - Fernwärme-Förderung für Umstellung auf Fernwärme bis zu EUR 218,02.- durch die Stadt Wr. Neustadt. - Förderung von Bauberatungen (Wert: EUR 123,54.-; für die Bauwerber gratis, sowie Unterstützung von Hausbauseminaren (Zuschuß von EUR 181,68.-). Auf Grund von Einsparungsmaßnahmen im Bereich der Stadt Wiener Neustadt wurden sämtliche Förderungen eingestellt (seit 2005).
Öffentlichkeitsarbeit zu Energie
- Materialien, Aussendungen, Artikel in Gemeindezeitung: - Herausgabe eines Folders. Mit dem Folder "Energie sinnvoll nutzen & sparen" wurde versucht die Wiener Neustädterinnen und Wiener Neustädter aufzufordern mit kostbarer Energie sorgsamer umzugehen.
- diverse Artikeln im Amtsblatt - Greenpeace-Multivisionen (unter anderem zu den Themen "Regenwald" und "Klima") in Wiener Neustadt. - Umweltwettbewerb "Energie und Klima" in Zusammenarbeit mit der Wiener Neustädter Sparkasse.
- Veranstaltungen, Exkursionen, etc.: - Bei den Umwelt- und Sozialtagen wurde der Klimaschutz immer wieder thematisiert.
Mobilität
Projekte und Maßnahmen
- Raumplanung und Nahversorgung: Durch Festlegung von Zentrumszonen und Festlegung von Kerngebiet-Handelseinrichtungen innerhalb der Zentrumszonen wurde der Intention der "kurzen Wege" Rechnung getragen (2005 - 2006).
- Gehen: Fußgängerquerungshilfen
Fußgängerdruckknopfampeln
- Radfahren: Radwegenetz wurde seit 1994 um ca. 35 km erweitert;
seit 2006 - Gratisfahrradverleih ("Zweirad-Freirad")
- Öffentlicher Verkehr inkl. Anrufsammeltaxi: seit September 2002 AST Wiener Neustad
- Verkehrsorganisation (z.B. Tempo 30): fast flächendeckend Tempo 30 km/h
tlw. Öffnung der Einbahnen für den Radverkehr Querung der Fußgängerzonen für den Radverkehr
- Mobilitätsmanagement: klima:aktiv-Mobilitätsmanagementprogramm "Mobilität in der öffentlichen Verwaltung"
Befragung ist abgeschlossen Auswertung in Arbeit
Öffentlichkeitsarbeit & Kampagnen
- Gemeinde beteiligt sich seit Beginn der Aktion am "Autofreien Tag"
Information der Bevölkerung über umweltverträgliche Verkehrsmittel (Bewußtseinsbildung)
Landwirtschaft & Ernährung
Projekte und Maßnahmen
- Maßnahmen für den Produzenten: Projekt "Kompostaufbringung im Steinfeld"
Auf landwirtschaftlichen Flächen des städtischen Gutshofes (ca. 340 ha) wird sukzessive hochqualitativer Kompost an Stelle von mineralischen Dünger (Kunstdünger) aufgebracht. Der Kompost wird auf der Abfallbehandlungsanlage der Stadt Wiener Neustadt aus den biogenen Abfällen der über die Bio-Tonne gesammelten Abfälle im Bereich der Stadt Wiener Neustadt und den Umlandgemeinden (10.000 t jährlich) produziert. Mit dem Projekt "Kompostaufbringung im Steinfeld" konnte die Stadt Wiener Neustadt beim Gemeinde-Wettbewerb 2005 "Bodenschutz = Klimaschutz" in der Kategorie 2 (Gemeinden von 10.000 bis 50.000 EinwohnerInnen) den 1. Preis erlangen.
Beschaffung & Entsorgung
Projekte und Maßnahmen
- In der öffentlichen Verwaltung (Gemeinde als Konsument): - Seminar "Ökologisch Reinigen" für Reinigungspersonal der Stadt Wr. Neustadt
- Ökologische Beschaffung
Entwicklungspolitik & Regenwaldschutz
- Klimabündnispartnerschaft / Partnerschaft mit den indigenen Völkern am Rio Negro: Finanzielle Unterstützung des NÖ-Gemeinschaftsprojektes "Rio Negro" seit 1993 bis dato.
- Regenwaldschutz durch entsprechendes Kaufverhalten der Gemeinde: Tropenholzverzicht im kommunalen Bereich der Stadt Wiener Neustadt
- FAIRTRADE-Produkte - Verwendung in den kommunalen Einrichtungen: - Die Krankenhausküche, das Café-Bistro "Kommunal" im Neuen Rathaus und die Beschaffungsstelle des Magistrats verwenden Fairtrade-Produkte.
- Am 28. März 2007 beschloss der Wiener Neustädter Gemeinderat die einstimmige Resolution, dass die Produkte mit dem Fairtrade-Gütesiegel im Sinne einer Vorbildwirkung zu berücksichtigen sind. "Fairer Handel" soll als Qualitätsmerkmal bei der Beschaffung von Produkten aus Entwicklungsländern berücksichtigt und im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit unterstützt werden.
- FAIRTRADE-Produkte - Einkauf, Gastronomie: Viele Unternehmen bieten in Wiener Neustadt Fairtrade-Produkte an: Weltladen, Berta Holzer Delikatessen, GEA-Schuhe, Fine Foods, SPAR, Bio-Fiedler, METRO und DM. Verwendung von Fair Trade Produkten in Wr. Neustadt siehe Punkt FAIRTRADE-Produkte - Öffentlichkeitsarbeit!
- FAIRTRADE-Produkte - Öffentlichkeitsarbeit: Wiener Neustadt wurde als erste "Fair handelnde Gemeinde" Niederösterreichs ausgezeichnet .
Nach Erfüllung aller Kriterien für regionales Engagement im "Fairen Handel" hat die Stadt Wiener Neustadt den Status "Fair handelnde Gemeinde" erreicht und wurde dafür vom Land Niederösterreich und von "Fairtrade Österreich" mit dem Titel "Unsere Gemeinde handelt fair" ausgezeichnet! Die Auszeichnung als "Fair handelnde Gemeinde" ist eine logische Folge zahlreicher engagierter Fairtrade-Aktivitäten in Wiener Neustadt: - Die Krankenhausküche, das Café-Bistro "Kommunal" im Neuen Rathaus und die Beschaffungsstelle des Magistrats verwenden Fairtrade-Produkte. - Am 28. März 2007 beschloss der Wiener Neustädter Gemeinderat die einstimmige Resolution, dass die Produkte mit dem Fairtrade-Gütesiegel im Sinne einer Vorbildwirkung zu berücksichtigen sind. "Fairer Handel" soll als Qualitätsmerkmal bei der Beschaffung von Produkten aus Entwicklungsländern berücksichtigt und im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit unterstützt werden. - Im Mai 2007 wurde von Südwind NÖ Süd die Ausstellung "Klima-Bewusstsein im Wandel" organisiert, die im Neuen Rathaus, besucht werden konnte.
- Sonstige Maßnahmen (inkl. sonstiger Öffentlichkeitsarbeit): Die Europaschule (Fairtrade-Point) und Südwind NÖ Süd (Global Action Schools) setzen mit Projekten, Referaten und Workshops wichtige Akzente in der Bewusstseinsbildung für "Faires handeln".
Bereichsübergreifende Aktivitäten
- CO2-Bilanzierung: Im Zuge der Erstellung des Energieversorgungs- und Luftschadstoffvermeidungs-Konzeptes Wiener Neustadt (1995) und der nachfolgenden Evaluierung (2003) wurde eine CO2-Bilanzierung für die Bereiche Energie (Strom, Wärme) und Verkehr durchgeführt.
Das Energie-Konzept Wiener Neustadt, sowie die Evaluierung wurden von einem Technischen Büro ausgearbeitet.
- Bereichsübergreifende Öffentlichkeitsarbeit: - Klimabündnis als regelmäßiges Thema bei den "Wiener Neustädter Umwelt- und Sozialtagen".
- Gestaltung diverser Zeitungsartikeln - Herausgabe eines Klimabündnis-Folders - Greenpeace-Multivisionen (unter anderem zu den Themen "Regenwald" und "Klima") in Wiener Neustadt. - Umweltwettbewerb "Energie und Klima" für Private und Firmen in Zusammenarbeit mit der Wiener Neustädter Sparkasse. - Mit der Herausgabe eines Informationsfolders ("Energie sinnvoll nutzen & sparen") wurde versucht die Wiener Neustädterinnen und Wiener Neustädter aufzufordern mit Energie sorgsamer umzugehen. - Teilnahme an der Ökostaffel - Teilnahme am europaweiten autofreien Tag - Aktionen anlässlich "Tag der Sonne"
Zusammenarbeit mit anderen Gruppierungen / Gemeinden
- Schulen der Gemeinde: - Im Zuge der Erstellung des "Energie-Konzeptes" wurde für Schulen in Wiener Neustadt ein Plakat- und Logo-Wettbewerb durchgeführt.
- Die Schulaktivitäten wurden im Herbst 1994 rund ums Thema "Energie" und "Klimabündnis" mit einem Energiewettbewerb für Wiener Neustädter Schulen weitergeführt (Dotierung: 42.000.- ÖS). Ein 2-tägiges Lehrerfortbildungsseminar zum Thema "Energieprojekte an Schulen" wurde in diesem Zusammenhang veranstaltet (Oktober 1994). Den Teilnehmern wurden verschiedene Wege aufgezeigt, an das Thema "Energie" heranzugehen. Alle Projekte wurden im Juni 95 im Rahmen der Umweltschutzwoche präsentiert. - Klimabündnis als regelmäßiges Thema bei den "Wiener Neustädter Umwelt- und Sozialtagen" (spezielles Programm für Schulklassen in Zusammenarbeit mit Südwind-Agentur, umweltberatung, etc.). - Greenpeace-Multivisionen (unter anderem zu den Themen "Regenwald" und "Klima" für Schulen). - "Klima verbündet" für Schulklassen
- Zusammenarbeit mit sonstigen Gruppierungen: - Fahrradinitiative "Dinamo"
- Südwind-Agentur - umweltberatung - ehemals auch Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie
Okt. 2007
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