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Übersiedlung des Betriebes auf grüne Wiese führte zu Anstieg der Pkw Nutzung
Das neue Vorarlberger Medienhaus übersiedelte im Jahr 1996 auf die "grünen Wiese" in Schwarzach errichtet. Jeder der 250 Beschäftigten musste nun im Schnitt 14 km weit zur Arbeit fahren. Das großzügige Parkplatzangebot neben dem Medienhaus und der lange Fußweg zu Bushaltestelle und Bahnhof trugen dazu bei, dass immer mehr Beschäftige mit dem Auto zur Arbeit kamen.
Nach genauer Analyse wurden wirksame Maßnahmen umgesetzt
Um diesen Trend entgegen zu wirken wurde gemeinsam mit dem Umweltministerium und der Wirtschaftskammer Österreich das Projekt ins Leben gerufen. Zunächst wurde das Mobilitätsverhalten der Beschäftigten erhoben. Dann folgte ein zweijähriger Prozess des Informierens, Analysierens, Planens, Umsetzens und Betreuens. Es wurden von der Firma nicht nur bessere Abstellplätze und Zufahrtsmöglichkeiten für Räder geschaffen, als Anreiz dass Rad vermehrt auch am Arbeitsweg zu nutzen gibt die Firma einen finanziellen Zuschuss zum privaten Fahrradkauf. Eine neu angelegte näher am Medienhaus gelegene Bushaltestelle erhöht die Anzahl der Busfahrenden. Eine Reduktion des Pkw-Verkehrs wurde auch durch die Gründung einer elektronischen Mitfahrbörse erreicht.
Ausgewählte Maßnahmen für mehr Mobilität für Beschäftigte
für Dienstreisen über größere Distanzen werden nur mehr Bahnkarten bezahlt Gründung einer elektronischen Mitfahrbörse reservierte Parkplätze am Firmenglände für Fahrgemeinschaften konstante Stellplatzanzahl trotz Anwachsen der Belegschaft Gratisfrühstück "sanfte Mobilität" Infos über Mobilität über Beilagen zum Lohnzettel und Intranet aufstellen einer Projekt-Tafel im Betrieb
Radfahren
Verbesserung der Verbindung vom Medienhaus zum Bahnhof (Asphaltierung, Beleuchtung, Öffnung des Hintereinganges, Winterdienst, Wegweisung) Werbeaktion "Fahr Rad" Radweg-Lückenschluss Anschaffung von Dienstfahrrädern zweiter Fahrradständer Betrieb zahlt zusätzliche Kosten für Fahrradmitnahme im Zug Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer Vergünstigungen für den Kauf von (Privat-)Fahrrädern Öffentlicher Verkehr Betrieb zahlt Streckenkarte für Bus und Bahn Fahrkartenvorverkauf im Betrieb Verleih von Gratis-Verbundkarten neue Stadbushaltestelle vor dem Betriebseingang Aushändigung eines persönlichen Fahrplans Bushaltestellen am Betriebsstandort attraktivieren, neuer, verdichteter Unterland-Takt.
Offenes Betriebsklima führte zum Erfolg
Die erwarteten organisatorischen und finanziellen Barrieren ließen sich durch ein gutes Gesprächsklima sowie durch enstandene Win-Win-Situation zwischen Firmenleitung und Mitarbeitern erreichen Schwieriger war es, die Begeisterung in der Belegschaft für die Verhaltensänderung zu erreichen. Im Vorarlberger Medienhaus wurde dies durch ein offenes Betriebsklima ermöglicht. Wichtig ist in jedem Fall die begleitende Bewusstseinsbildung, die für die Eigendynamik wichtig ist. Schlussendlich konnte das Ziel der Reduzierung der Pkw-Fahrten erreicht werden und in Folge auch eine Reduktion des CO2-Ausstoßes um 17%. Neben der Umwelt profitieren aber auch die Geldbörsen der Arbeitnehmer im Medienhaus. Da sie auf ihr Auto am Weg zum Arbeitsplatz verzichten, ersparen sie sich durchschnittlich EUR 275,- im Jahr. Gleichzeitig konnte das Medienhaus durch die Anschaffung zweier Dienstautos die Kosten für Dienstfahrten im Vergleich zum ausbezahlten Kilometergeld um EUR 22.000,- verringern.
Kontakt
Frau Marianne Mathis, Vorarlberger Medienhaus Tel. (05572) 501-264 Fax. (05572) 501-227 DI Robert Thaler, Umweltministerium, Tel. (01) 515 22-1209
weiterführende Informationen
Knoflacher H., Mailer M., Schopf J.M.: Effects of realized traffic messures an the reduction of energy-consumtion in urban transport. Studie für die Kommission der Europäischen Gemeinschaften, Generaldirektion Energie im Rahmen der Aktion "SAVE". Wien, 1998.
est!, Nachhaltig Umweltverträglicher Verkehr, Vorbildliche Priaxisbeispiele, S. 57 www.mobilitaetsmanagement.at Internationales Verkehrswesen, 2001, Ausgabe 3/2001, S. 86ff Leitfaden Mobilitätsmanagement vom BMLFUW
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