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Mehr als 80 Städte und Gemeinden reichten beim österreichweiten Wettbewerb Klimaschutzgemeinden 2008 Projekte ein. In einer mehrstufigen Jury-Auswahl wurden in drei Kategorien jeweils die besten drei Gemeinden ausgewählt. Oberösterreich räumte mit gleich drei Preisträgern ordentlich ab. Munderfing siegte in der Kategorie Bewusstseinsbildung und erhielt ein Preisgeld in der Höhe von 10.000 Euro, Platz drei ging an Münzbach. Gutau kam als Dritter in der Kategorie Erneuerbare Energie ebenso aufs Stockerl. Wir gratulieren unseren Partnern zu dieser Auszeichnung. Es zeigt, dass auf Gemeinde-Ebene sehr viel für den Klimaschutz getan werden kann. Es freut uns umso mehr, als alle neun Preisträger in den drei Kategorien - Erneuerbare Energie, Energieeffizienz und Bewusstseinbildung - Klimabündnis-Gemeinden sind. Wir nehmen das als Auftrag, weiterhin gemeinsam gezielt an Initiativen und Projekten für den Klimaschutz zu arbeiten. Klimabündnis-Gemeinden wie Munderfing, Münzbach und Gutau sind Vorreiter im Klimaschutz, so Norbert Rainer vom Klimabündnis Oberösterreich. Die weiteren Preisträger: Großschönau aus Niederösterreich in der Kategorie Energieeffizienz und Güssing aus dem Burgenland in der Kategorie Erneuerbare Energie.
Die oberösterreichischen Preisträger im Porträt
Die Klimabündnis-Gemeinde Munderfing war in der Kategorie Bewusstseinbildung vor Amstetten und Münzbach erfolgreich. In Zusammenarbeit mit der Energiewerkstatt Gmbh wurde ein Energiebaukasten entwickelt und umgesetzt, der in sechs Modulen die Gemeinde bei der Erstellung eines lokalen Energiekonzepts unterstützt. Wichtiger Bestandteil ist die Motivation und Beteiligung der GemeindebürgerInnen. Treibende Kraft ist die "Energiegruppe: Baumeister, Banken, Dachdecker, Elektriker, Installateure, Landwirte, Lehrer und Tüftler, arbeiten gemeinsam an einer klimafreundlichen Energiezukunft. Munderfing setzt sich ehrgeizige Ziele. Bis 2010 soll der Wärmeverbrauch um ein Prozent pro Jahr reduziert werden. Weitere Eckpunkte: 2.000 m² Solarkollektorfläche, 10.000 Wp Photovoltaik, Optimierung von Kleinwasserkraftwerken und ein neues Biomasseheizwerk. Abgerundet wird der Maßnahmenkatalog durch die Errichtung eines eigenen Windparks und das Ziel, bis 2010 in der Gemeinde mindestens zehn Klimabündnis-Betriebe zu haben. Ein wichtiger Teil des Energiekonzeptes ist die Energieeinsparung. Dazu wurden viele Info-Veranstaltungen zu Themen wie "Isolierung der obersten Geschoßdecke", "Kesseltausch", "Solar- und Photovoltaik-Tage", "Strom sparende Elektro-Geräte", "Aktion Energiesparlampen", etc. durchgeführt.
Die Klimabündnis-Gemeinde Münzbach wurde in der Kategorie Bewusstseinsbildung hinter Munderfing und Amstetten Dritter. In der Region Strudengau (Bezir Perg) haben sich 18 Gemeinden unter der Federführung der Marktgemeinde Münzbach zur Energieregion Strudengau mit insgesamt 35.300 Einwohnern und einer Fläche von 443 km² zusammengeschlossen. In der ersten Projektphase wurden in 17 Mitgliedsgemeinden im Rahmen des EGEM-Projektes (Energiespargemeinden des Landes OÖ.) von jedem Gebäude Energiedaten erhoben, um so eine regionale Energiebilanz bzw. in der Folge ein regionales Energiekonzept erstellen zu können. Dazu wurden in allen Gemeinden Gemeinde-Energieexperten geschult, die Gemeinden selbst wurden zu Klimaschutzgemeinden. Neben dem Energiebedarf für die Gebäudebeheizung und die Warmwasserbereitung wurden in der Region die Energieträger Erdöl, Erdgas, Kohle, Koks und Strom sowie Treibstoffe zur Deckung des betrieblichen Nutzenergieträgerbedarfes und des Mobilitätsenergiebedarfes erhoben. Im Folgeprojekt wird versucht, integrierte Energielösungen für zentrale und dezentrale Gemeindegebiete unter der Einbindung der lokalen energieintensiven Betriebe sowie der Land und Forstwirtschaft als Ressourcenlieferant umzusetzen. Damit verbunden ist die Stärkung der regionalen Zusammenarbeit, die Sicherung der lokalen Wertschöpfung , die Sicherung und der Ausbau von Arbeitsplätzen in der Region und die Sicherung der unternehmerischen Produktionsfähigkeit, die weitaus weniger von Energieimporten abhängig sein wird.
Die Klimabündnis-Gemeinde Gutau wurde in der Kategorie Erneuerbare Energie hinter Güssing (Burgenland) und Euratsfeld (NÖ) Dritter. In der Biogasanlage Gutau wird mittels landwirtschaftlicher Silage Ökostrom erzeugt. Mit dieser Anlage (Strom- und Wärmeproduktion) werden über 1.600 Tonnen CO2 jährlich eingespart. Die Abwärmenutzung der Biogasanlage ist durch eine ganzjährige Einspeisung in ein bestehendes Biomasse-Nahwärmenetz gesichert. Weiters ist die Energieversorgung durch die Errichtung einer Biomasse-Nahwärmeanlage und Verwendung von Holz aus der Umgebung von Gutau durch die Erzeugung von biogener Wärme sinnvoll gesichert. Durch das Biomasseheizwerk werden ca. 450.000 Liter Heizöl ersetzt und 1.300 Tonnen CO2 jährlich eingespart. Die Bevölkerung in Gutau wurde bei Info-Veranstaltungen über die Möglichkeit des Anschlusses an das Wärmenetz informiert. Bei Großveranstaltungen (Tag der offenen Tür, Eröffnungsfest, Biomassetag) wird interessierten Personen neben Infos zum Heizwerk/Biogasanlage selbst die Möglichkeit geboten, sich rund um das Thema Ökoenergie weiterzubilden. Die Gutauer Landwirte investierten knapp 4 Millionen Euro - Geld das vor allem regionalen Firmen und Betreibern zu Gute kam. Mit dem Betrieb der Anlagen werden langfristig und nachhaltig neue Arbeitsplätze geschaffen und gesichert.
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