Welt-Klimakonferenz Villach

In Villach wurde Geschichte geschrieben. 30 Jahre danach blickten KlimaforscherInnen zurück und nach vor.

Karl Steininger, Landesrat Rolf Holub, Jill Jäger, Vizebgm Petra Oberrauner, Christian Salmhofer und Gottfried Kirchengast (v.l.).

"Von Villach nach Paris" lautete der Titel der vom Klimabündnis organisierten Konferenz in Villach. Zum Einstieg erzählte die Klimaforscherin Jill Jäger über Villach 1985. Vor 30 Jahren traten KlimaforscherInnen der World Meteorological Organization (WMO), des United Nations Environment Programme (UNEP) und des International Council for Science (ICSU) gemeinsam an die Weltöffentlichkeit und verkündeten: "Erstmals in der Geschichte ist der Mensch dabei das Weltklima zu ändern." Gemeinsam forderten sie Wirtschaft und Politik auf, Maßnahmen zum Klimaschutz zu setzen.

Klima-Zeitzeugin Klimaforscherin Jill Jäger

"Das mediale Interesse war damals nicht so groß wie heute", so Jill Jäger. "Zwei Punkte waren es, die diese Konferenz damals zum Meilenstein in der globalen Klimadebatte machten. Einerseits kamen die TeilnehmerInnen als unabhängige - und nicht wie jetzt als politisch entsandte - VertreterInnen. Andererseits wurde erstmals ein umfassender Blick auf die Emissionen geworfen. Wir haben in unseren Rechnungen nicht nur CO2 betrachtet, sondern alle treibhausgasrelevanten Gase berücksichtigt. Die Modelle haben dann ergeben, dass die Erderwärmung nicht erst gegen Ende des 21. Jahrhunderts eintreten wird, sondern sofort und schleichend. Die Vorhersagen zur Entwicklung der Emissionen von damals sind - leider - eingetroffen.

Klimaflüchtlinge in Syrien

Noch einmal können wir uns 30 Jahre Zögern aber nicht mehr leisten." Auf die Frage, wie die Wende gelingen könnte, antwortete Jäger, "es bräuchte von der Politik Rahmenbedingungen wie eine ökologische Steuerreform. Und die Politik müsste noch stärker auf lokale und regionale Initiativen und Lösungen setzen." Einen Blick auf die aktuelle Klimadebatte und den aktuellen Stand der Wissenschaft präsentierten Gottfried Kirchengast und Karl Steininger (beide vom Wegener Center für Klima und Globalen Wandel an der Uni Graz).

Wie eng die aktuelle Flüchtlingsdebatte mit dem Thema Klima verbunden ist, zeigte sich bei Klimazeugen aus der Gegenwart. Zwei Flüchtlinge aus Syrien erzählten über ihr Land, über klimatische Veränderungen und wie diese mit der Fluchtbewegung von ca. 1,5 Millionen SyrerInnen und Syrern eng verknüpft ist. "Die politischen Verhältnisse werden wir ändern können - auch wenn es schwierig ist. Den Klimawandel können wir alleine aber wenig entgegensetzen", so ihr unter die Haut gehendes Statement.

Kärntner Resolution zur Klimakonferenz Paris

Wie der Klimawandel gestoppt werden kann und wie einzelne Ebenen aktiv werden können, wurde bei der Konferenz in Villach praxisnah präsentiert. Die Klimabündnis-Stadtgemeinde Villach stellte ihre Klimaschutzinitiativen und -aktivitäten vor: Energiebilanz, Smart City, Klimaschutz in Kindergärten. Umweltlandesrat Rolf Holub gab den Startschuss zur Ausschreibung vorwissenschaftlicher Arbeiten zum Thema Klimaschutz und gemeinsam wurde eine Petition an die Klimakonferenz Paris verabschiedet.

Eindrucksvoll und ein weiterer Höhepunkte: die Österreich-Premiere des Dokumentarfilms Zwischen Himmel und Eis.

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