Indigene Protestwelle in Brasilien

Um den bisher schärfsten Angriff auf ihre Rechte abzuwehren, versammelten sich 1500 Indigene vom 30.09. bis 5.10.2014 in Brasilia und forderten von der Regierung die Beibehaltung und Umsetzung der Verfassung von 1988.

FOIRN VertreterInnen in Brasilia. Foto: FOIRN

Anlass waren mehrere Änderungsanträge von parlamentarischen Vertretern der mächtigen Agrar- und Bergbausektoren, um die Entscheidungskompetenz über indigene Gebiete von der Regierung in den Nationalrat zu verlegen. Dort verdankt die Mehrheit der Abgeordneten und Senatoren ihre Wahl dem Sponsoring durch große Unternehmen und daher befürchten indigene Völker, dass diese die Anerkennung ihrer Rechte und Gebiete  zukünftig verhindern würden.

„Die Verfassung definiert Brasilien als multiethnisches Land und garantiert den indigenen Ureinwohnern das Recht auf ihre Sprache, Kultur und ihr traditionelles Territorium“ erklärt die Präsidentin der Klimabündnis Partnerorganisation FOIRN, Almerinda Ramos de Lima, die gemeinsam mit Vertretern anderer Ethnien vom Rio Negro anreiste.

Anfangs weigerte sich der Parlamentspräsident mit den Indigenen zu sprechen und die Polizei ging gewaltsam gegen die Demonstranten vor. Nach weiteren Protesten und Solidaritätskundgebungen an vielen Orten Brasiliens und selbst in Paris, London und Berlin kam es doch zu Verhandlungen.

Die indigenen Völker erreichten folgende Punkte:

  • die Regierung positioniert sich gegen die Verfassungsänderung,

  • der Prozess im Parlament wird auf Eis gelegt und

  • der oberste Gerichtshof führt eine Überprüfung anhängiger Prozesse, bei denen indigene Interessen betroffen sind, durch.

- Weitere Informationen (auf Portugiesisch)
- Fotos

nach oben

X

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen