Bodenschutz in der Steiermark & im Senegal

Senegal-Delegation besuchte die Steiermark

Senegal-Delegation besuchte Ölmühle in Pöllau, die Stadt Feldbach, einen Obstbaubetrieb in Raabau und die Ökoregion Kaindorf.

Den Klimawandel spürt man in der Steiermark, im Senegal aber noch viel stärker. Im Rahmen einer vom Klimabündnis organisierten Delegationsreise erzählten Ismael Ndao und Abdourahmane Guèye über die Folgen der klimatischen Änderungen in ihrem Land, was sie dagegen tun und holten sich Tipps, wie steirische Gemeinden und Betriebe klimaschonend mit Böden umgehen.

Nüsse in Pöllau und im Senegal

Die Ölmühle Fandler in Pöllau verarbeitet als Familienbetrieb seit 90 Jahren 18 verschiedene Saaten und Kerne zu hochwertigen Speiseölen. Mehr als die Hälfte wird bio produziert - Tendenz steigend. Fandler legt hohen Wert auf langfristige Zusammenarbeit mit regionalen Bäuerinnen und Bauern. In den letzten drei Jahren wurden 15 neue Arbeitsplätze geschaffen und der MitarbeiterInnenstand auf 41 erhöht. Fandlers Öle findet man in 26 Ländern. Die Erdnuss bei Fandler kommt zwar aus Argentinien, aber auch der Senegal hat eine lange Geschichte mit dieser Nuss. Die Kolonialmacht Frankreich ließ große Erdnussplantagen anbauen, mit verheerenden Folgen für den Boden. Erdnuss und Baumwolle haben die Böden ausgelaugt. Das Ziel der Arbeit von Ismael Ndao und Abdourahmane Guèye ist es, Böden wieder aufzuwerten und Menschen in der Landwirtschaft mit Bio-Gemüseanbau neue Perspektiven zu bieten. In der Betriebsküche der Firma Fandler konnten sich Isamel und Abdourahmane bei Polenta-Quiche und Apfelstrudel selbst vom Geschmack und der hochwertigen Qualität der Öle überzeugen. 

Regionalität in Feldbach und im Senegal

Im Senegal und rund um Feldbach sind ähnliche Probleme zu erkennen. Hier wie dort ist die Landwirtschaft von Erosion durch Wasser betroffen. Böden müssen zudem heute durch die Folgen des Klimawandels schneller größere Mengen an Niederschlägen aufnehmen können. Der Weizenanbau ist eine der Maßnahmen um der Erosion Einhalt zu bieten. Das Feld wird über den Herbst und Winter begrünt und beugt so Erosion vor.

"Heute wird im Umland von Feldbach wieder Weizen angebaut", erzählt Bürgermeister Josef Ober beim Besuch der Senegal-Delegation stolz. Mit verstärktem Weizenanbau will man dem Trend in Richtung Maismonokulturlandschaft entgegenwirken. Brot und Allerheiligen-Striezel aus Vulkanlandsweizen sollen dabei helfen, weitere Bauern sollen für den Umstieg auf Weizen gewonnen werden. Außerdem wurde eine Bodencharta von vielen Beteiligten über eineinhalb Jahre erarbeitet und im April 2013 von 24 Personen und Organisationen unterzeichnet. Die Unterzeichnenden wollen sich für einen nachhaltigen Umgang mit Böden in der Landwirtschaft bis hin zu den Gärten der Haushalte engagieren. Die Region hat zudem bereits 20 AbsolventInnen des Lehrgangs für kommunalen Bodenschutz.

Lokales Obst in Raabau und im Senegal

Der kleine familiäre Betrieb der Familie Kaufmann hat sich auf die Verarbeitung von Bio-Ribisel, -Aronia Beeren und -Rosen spezialisiert, und verkauft die Produkte unter der Marke Raabauer Eisvogel . Abnehmer sind neben Privaten und Hofläden aus der Region auch die Schokoladenmanufaktur Zotter, die in ihrer Schokolade Rosen und Aronia Sirup verarbeitet. Auch im Senegal kennen Ismael Ndao und Abdourahmane Guèye die Verarbeitung von lokalen Blüten und Obstsorten. Hibiskus zum Beispiel gibt einen köstlichen Sirup, der noch dazu ein viel besseres Einkommen als der Anbau von Erdnuss schafft. 

Kleinbäuerliche Landwirtschaft in Kaindorf und im Senegal

Die Auswirkungen des Klimawandels sind in Kaindorf und im Senegal zu spüren. Im Jahr 2007 wurde die Ökoregion Kaindorf gegründet, mit der Vision 2020 CO2 neutral zu sein. In unterschiedlichen Arbeitsgruppen wird zu Themen wie Energieeffizienz oder Landwirtschaft gearbeitet. Allein durch das örtliche Humus-Aufbau Projekt werden 1.900 t CO2 gespeichert erklärt Bürgermeister Fritz Loidl. Vor Publikum erzählten und diskutierten Abdourahmane Guèye und Ismael Ndao über ihre Arbeit. Ihr Bestreben ist es, lokalen landwirtschaftlichen Gruppen bei der Anpassung an den Klimawandel mit resistentem Saatgut und neuen Kulturen zu unterstützen. 

Das Klimabündnis und der Senegal 

Klimawandel und Landraub sind zwei Faktoren, die die Ernährungssicherheit der Bevölkerung stark beeinträchtigen. Ob beim Besuch von Ismael und Abdourahmane oder mittels der Partnerschaft mit der Region am Fluss Rio Negro in Brasilien, ist es das Ziel von Klimabündnis Österreich die Zusammenhänge zwischen unserem Konsumverhalten und der Regenwaldabholzung in Brasilien oder der Überfischung vor der Küste des Senegals aufzuzeigen. Ändern wir hier unsere Gewohnheiten können wir bereits einen kleinen Beitrag zu Klimaschutz und mehr Gerechtigkeit für alle leisten. 

Die Arbeit im Senegal wird auch von Österreich aus unterstützt. Neben der steirischen Diözese leistet auch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit einen Beitrag für die Arbeit vor Ort.    

Foto: Abdourahmane Guèye und Ismael mit Wilma und Karl Kaufmann (Raabauaer Eisvogel).

Informationen über die Delegierten finden Sie hier.

Informationen zu weiteren österreichischen Stationen, die von der Senegal-Delegation besucht wurden, finden Sie hier.

nach oben

X

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen