GemeindevertreterInnen besuchten indigene PartnerInnen

Bettina Bergauer (Deutsch-Wagram), Bernhard Haas (Gablitz) und Andreas Drack (Land OÖ) am Rio Negro.

Fotocredit: Klimabündnis Österreich

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Mehr als jede dritte Gemeinde in Österreich ist Klimabündnis-Gemeinde. Die globale Partnerschaft verbindet sie mit indigenen Völkern am Rio Negro in Brasilien. VertreterInnen von Gemeinden und Bundesländern informierten sich vor Ort über gemeinsame Erfolge genauso wie über die große Herausforderung: den Klimawandel.

1.000 Kilometer mit dem Boot durch den Amazonas-Regenwald

Seit 23 Jahren verbindet die Partnerschaft zwischen den mittlerweile mehr als 950 Klimabündnis-Gemeinden und indigenen Völkern am Rio Negro zwei völlig unterschiedliche Welten durch das gemeinsame Ziel des Klima- und Regenwaldschutzes. Eine alles andere als alltägliche Reise führte die beiden GemeindevertreterInnen Bettina Bergauer (Deutsch-Wagram) und Bernhard Haas (Gablitz) sowie den Klimaschutzbeauftragten des Landes Oberösterreich, Andreas Drack und die KB-RegionalstellenleiterInnen Petra Schön (NÖ) und Norbert Rainer (OÖ), in Begleitung von Patrícia Kandler und Johann Kandler vom Klimabündnis Österreich und Elisabeth Moder von HORIZONT3000 sieben Tage lang entlang der Flüsse Uaupés und Tiquié am Oberen Rio Negro bis zu den letzten indigenen Gemeinschaften an der Grenze zu Kolumbien. 1.000 Kilometer schlängelten sich die kleinen Motorboote durch den Amazonas-Regenwald, vorbei an den kleinen Dörfern der Völker Baré, Tukano, Tariano, Dessana und Tuyuka, die seit Tausenden von Jahren trotz der fischarmen Flüsse und kärglichen Böden hier leben. In 10 Dörfer mit zwischen 30 bis einigen Hundert EinwohnerInnen wurde die Klimabündnis-Delegation gastfreundlich empfangen und mit „quinha pira und beijú“ (scharfe Fischsuppe und Maniokfladen) bewirtet. Mehrstündige Dorfversammlungen an den Abenden, die Nächte in den Hängematten, sowie Besuche in den indigenen Schulen und auf den Feldern gaben einen tiefen Einblick in das Leben der UreinwohnerInnen.

Fotocredit: Klimabündnis Österreich

Von Solarlampen und indigenen Völkern

Als nützliche Gastgeschenke hatte das Klimabündnis Solarlampen im Gepäck. „Die Übergabe dieser Lampen an den capitão, den Dorfsprecher, war einer der berührendsten Momente für mich. Für Licht am Abend sorgen momentan noch Petroleumlampen und stundenweise dieselbetriebene Generatoren. Der Diesel ist einerseits teuer und andererseits muss er über lange Distanzen am Fluss transportiert werden“, schildert Bettina Bergauer. Der steigende Bedarf an Energie zeigt die wachsenden Widersprüche auf – einerseits ist sie für den Transport und die Kommunikation mit Funkgeräten und Internet nötig, anderseits ermöglicht sie über Satellitenfernsehen das Eindringen der Konsumgesellschaft und verändert die bisherige Lebensweise. „Diese Menschen besitzen kaum Materielles, wissen dafür in ihrem Ökosystem Regenwald gut zu leben ohne diesen zu gefährden“ beobachtet Bernhard Haas, und ergänzt: „Es ist schön zu sehen, dass die österreichische Unterstützung hier gut ankommt, damit die Menschen entsprechend ihrer Kultur weiter leben können.“ Andreas Drack ergänzt: „Die Klimabündnis-Partnerschaft sollte weltweit als Modell für eine gute Zusammenarbeit dienen. Wir können stolz darauf sein, was hier in mehr als zwei Jahrzehnten erreicht wurde.“

Erfahren Sie mehr über die Klimabündnis-Partnerschaft!

Die Reise wurde mit Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit kofinanziert.
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