Corona Virus: Indigene Völker im Amazonas besonders gefährdet

Erster Coronaerkrankter im Partnergebiet der Klimabündnis-Gemeinden am mittleren Rio Negro.

VertreterInnen der FOIRN, dem Dachverband der indigenen Organsationen am Rio Negro, vor ihrem Büro. Foto: Ana Amélia Handam.

Die kleinen indigenen Dörfer am Mittleren Rio Negro im Amazonas-Regenwald sind weit weg von Städten und nur mit Booten erreichbar. Trotzdem hat der Corona Virus auch das Partnergebiet der österreichischen Klimabündnis-Gemeinden im Nordwesten Brasiliens erreicht.

Die Ausbreitung des Corona Virus im Amazonas verursacht Angst und Schrecken unter der indigenen Bevölkerung. „Es gibt einen ersten Coronaerkrankten am mittleren Rio Negro und zahlreiche Verdachtsfälle werden in zu Quarantänestationen umfunktionierten Schulen beobachtet. In der Stadt São Gabriel da Cachoeira wurden bereits vier Erkrankte gemeldet“, berichtet der Amazonas-Experte des Klimabündnis Österreich, Johann Kandler.

Die Partnerorganisation FOIRN – der Dachverband der indigenen Organisationen am Rio Negro – hat über Funk und soziale Medien Menschen aufgerufen, in den Dörfern zu bleiben und Ansammlungen zu vermeiden. In Zusammenarbeit mit den Stadtverwaltungen, dem Militär und anderen Institutionen wurden der Flug- und Schiffsreiseverkehr eingestellt, die Schulen geschlossen und die Leute aufgefordert, möglichst zuhause zu bleiben.

Medizinische Versorgung in indigenen Gebieten massiv verschlechtert

Kandler: „Indigene Organisationen und ihre Verbündeten haben rasch reagiert und ab Mitte März die Bevölkerung informiert, den Zugang zu indigenen Gebieten eingeschränkt, sowie Schutzmaßnahmen und medizinische Versorgung eingefordert. Einem Ausbruch der Krankheit  aber haben sie wenig entgegenzusetzen,  denn die medizinische Versorgung hat sich seit dem Machtantritt des Präsidenten Jair Bolsonaro stark verschlechtert, es gibt wenig Personal und Material.“

Österreichische Gemeinden unterstützen indigene Organisationen

Wie wichtig die langfristige Unterstützung der FOIRN durch die Klimabündnis-Mitglieder aus Österreich ist, zeigt sich gerade in Krisenzeiten. Die mit unserer Hilfe aufgebaute Organisations- und Kommunikationsstruktur am Rio Negro ist ein wichtiger Faktor, um die indigene Bevölkerung besser zu erreichen und somit auch zu schützen. Wie wir von unseren Partnerinnen und Partner wissen, werden weitere Versorgungsschwierigkeiten bei Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoffen befürchtet. Für die durchwegs armen Familien entstehen auch finanzielle Probleme, weil Sozialhilfe und Renten nicht abgeholt werden können“, so Rainer Handlfinger, Vorstandsvorsitzender des Klimabündnis Österreich und Bürgermeister von Ober-Grafendorf (NÖ).

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