Wetterextreme

Diese gab es diesen Sommer nicht nur bei uns in Europa - sondern auch bei unseren PartnerInnen in Brasilien.

Überschwemmte Straße in der Stadt Barcelos mit über 25.000 Einwohnern bei Rekordpegelstand des Rio Negro Foto: © Aima Barcelos, Institut für Soziales und Umwelt

Rekordhochwasser, Dürre, ...

Bei unseren Klimabündnis-PartnerInnen im Nord-Westen von Brasilien wurden im Juni Rekordhochwasser verzeichnet. Das brachte große Probleme in der Landwirtschaft für Menschen, die deutlich mehr vom eigenen Anbau abhängig sind, als das bei uns der Fall ist. Felder wurden überschwemmt, die Maniokwurzel als Hauptnahrungsquelle verfault dadurch rasch. Die Eigenversorgung ist zusätzlich gefährdet, weil die mehrwöchige Trockenperiode am Beginn des Jahres ausblieb und dadurch das Anlegen neuer Brandrodungsfelder nicht möglich war. Bestehende Fischanlagen oder Reusen wurden weggeschwemmt, Häuser überflutet.

25 von 62 Gemeinden des Bundesstaates Amazonas hatten den Notstand ausgerufen, insgesamt waren über 400.000 Menschen betroffen.

Parallel erlebte das südliche Amazonasgebiet erneut eine starke Dürre, die auch die Anzahl der verzeichneten Brände durch Rodungen stark ansteigen ließ.

Tag der Indigenen

Am 9. August war der internationale „Tag der indigenen Völker“. Seit 1994 widmen die Vereinten Nationen diesen Tag jenen Menschen, die seit Menschengedenken im selben räumlichen Gebiet wohnen wie ihre Vorfahren, und die eine starke soziale, kulturelle und spirituelle Bindung an ihre Umgebung knüpft.

Die rund 370 Millionen Menschen, die sich als Indigene verstehen, sind weltweit unter Druck: Der Raubbau von Ressourcen, die Folgen der Klimakrise und politische Repressionen bedrohen ihre Lebensgrundlage. Im Amazonas-Gebiet stehen illegale Rodungen an der Tagesordnung, die Politik sieht zu.

Amazonas in der Krise

Die Rodungsraten im brasilianischen Amazonas erreichten kürzlich einen Rekordwert: In den vergangenen 12 Monaten haben sie im Vergleich zum Vorjahr um über 50 Prozent zugenommen. Insgesamt wurden von August 2020 bis Ende Juli 2021 10.476 km2 gerodet.* Im ersten Halbjahr 2021 wurde eine Fläche in der Größe des Burgenlands zerstört. „94 Prozent dieser Rodungen sind illegal und Versprechungen, diese zu begrenzen, blieben bisher nur Lippenbekenntnisse von Präsident Jair Bolsonaro“, berichtet Amazonas-Experte Johann Kandler vom Klimabündnis. Schutzgebiete, wie z. B. indigene Territorien, geraten immer mehr unter Druck. Das ist vor allem für die indigene Bevölkerung katastrophal, die in jenen Gebieten lebt. Und diese sind weiters - neben der Biodiversität - für die Klimastabilität besonders wichtig.

* https://imazon.org.br/imprensa/desmatamento-na-amazonia-chega-a-2-095-km%C2%B2-em-julho-e-acumulado-dos-ultimos-12-meses-fecha-com-a-pior-marca-em-10-anos/

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