Biowein in Horitschon

Gemeinde: Horitschon, Bundesland: Burgenland

Link zur KB Gemeindeseite: www.klimabuendnis.at/marktgemeinde-horitschon

Weblink Gemeinde: www.horitschon.at/cms/projekt01/index.php

Kurzbeschreibung:
In der Rotweingemeinde Horitschon soll die Fläche der biologisch bewirtschafteten Weinbaufläche in den nächsten Jahren noch weiter erhöht werden. Derzeit beträgt die Bioweinbau-Rebfläche bereits rund 80ha. Das sind rund 25% der gesamten Rebfläche. Mit gezielten Einzelmaßnahmen sollen konventionell arbeitende WinzerInnen an das Thema Bioweinbau herangeführt und zum Umstieg motiviert werden.

icon Bodenschutz und Raumplanung

Projektkategorie:
Bodenschutz und Raumplanung

Alfred Moritz

Alfred Moritz und Franz Weninger

E-Mail: Moritz@blaufraenkisch.at

Tel.: 0699-11 04 64 77


Persönliches Statement:

"Durch die Initiative des Klimabündnis-Stammtisches Horitschon (Mitglied Franz Weninger) und des Weinbauvereins ist es gelungen das Thema Bioweinbau ins Rampenlicht der Gemeinde und des Bezirkes zu rücken. Weitere Aktivitäten werden dazu beitragen, weitere Winzer zum Mitmachen zu bewegen." Alfred Moritz, Obmann Weinbauverein Horitschon

Franz Weninger

Projektinhalt und Ziel:

Österreichweit beträgt die Fläche, auf welcher biologischer Weinbau betrieben wird, rund 6%. In Horitschon werden bereits jetzt fast 25% der Weinbaufläche biologisch bewirtschaftet. Dieser hohe Anteil soll in den nächsten Jahren noch weiter gesteigert werden. Mittelfristig (bis 2014) erscheinen 50% durchaus realistisch. Langfristig (bis 2020) sollen 100% erreicht werden. 

Projektablauf:

Das Projekt "Bioweinbau - Mustergemeinde Horitschon" läuft seit dem Jahr 2007. Der Klimabündnis-Stammtisch Horitschon veranstaltete damals eine erste Informationsveranstaltung für alle Interessierten, vor allem WinzerInnen der Gemeinde und des Bezirkes zum Thema Bioweinbau. Ein internationaler Experte (Prof. Dr. Andrew C. Lorand, www.andrewlorand.com), sowie praktizierende Biowinzer Innen berichteten über ihre Erfahrungen und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit. Derartige Veranstaltung gibt es seit damals jährlich. Als Experten/Praktiker vor Ort fungieren seit damals Franz Weninger, Daniel Bauer-Pöltl, Anton Iby und Alfred Moritz.

Der Weinbauverein Horitschon unterstützt das Vorhaben und Maßnahmen, die zur Erreichung des hoch gesteckten Zieles notwendig sind. So wurde im Jahr 2009 die Bekämpfung des Traubenwicklers mittels Verwirrmethode auf über 50% der Weinbauflächhe umgesetzt. Damit soll unter anderem gezeigt werden, dass biologische Maßnahmen zur Bekämpfung von Schädlingen im Weinbau eine durchaus mögliche und vor allem überaus wirksame Alternative sein kann.


Im Jahr 2010 sollen bereits 100% der Weinbaufläche mit der Verwirrmethode behandelt werden. Die Umsetzung des Projektes hat gezeigt, dass anhand praktischer Beispiele hohe Zustimmung unter bislang noch konventionelle arbeitenden WinzernInnen zu erreichen ist. Auch durch die regelmäßig abgehaltenen Informationsveranstaltungen wird das Verständnis und die Bereitschaft zum Mitmachen merklich gesteigert. In einem nächsten Projektschritt soll eine Aufstellung von Vor- und Nachteilen biologischer Bewirtschaftungsweise (inkl. Kostenvergleich) weitere Argumente für einen Umstieg bringen. Vergleichende Verkostungen von biologisch und konventionell erzeugten Weinen werden auch weiterhin auf der Tagesordnung stehen (bei Veranstaltungen wie auch bei einem neu eingerichteten "Winzerstammtisch" des Weinbauvereines).


ExpertInnen von Biohelp (Dr. Michael Groß), Bio Austria (DI Andreas Harm) und zunehmend auch seitens der Landwirtschaftskammer werden für Beratungs- und Informationsgespräche immer wieder nach Horitschon eingeladen. Damit soll auch gewährleistet werden, dass das Projekt auf wissenschaftlich fundierter Basis ablaufen kann.


Als nächster Schritt ist die Schaffung des ersten österreichischen Bioweinbau-Lehrpfades geplant. Hier soll gezeigt werden, mit welchen - zum Teil sehr einfachen - Mitteln (Nisthöhlen, Landeplätze" für Greifvögel, Nistkästen für Insekten etc.) große Erfolge im Rahmen des biologischen Weinbaues erreicht werden können. Eine eigene Informationstafel im Ort mit Empfehlungen für notwendige Pflanzenschutzmaßnahmen (als Alternative zu der bestehenden Tafel für konventionelle "Spritzmittel") soll zeigen, dass eine biologische Bewirtschaftungsweise durchaus machbar ist.

Angabe bzw. Abschätzung der Kosten in EUR:

Bislang wurden die Kosten für das Projekt von den beteiligten WinzerInnen selbst getragen (abgesehen von den obligatorischen Fördermitteln für biologische Bewirtschaftungsweise). ExpertInnen sowie externe BeraterInnen konnten bislang durch die Kontakte der beteiligten WinzerInnen kostenlos verpflichtet werden.


Nachweisbare CO2 Einsparungen in Tonnen:

keine Angaben

Projekterfolge:

Vom Jahr 2006 bis heute konnte der Anteil an biologisch bewirtschafteter Weinbaufläche von 0% auf rund 25% gesteigert werden. Über diesen Erfolg wird vor allem in den regionalen Medien regelmäßig berichtet. Inzwischen hat sich Horitschon als "Bioweinbau-Mustergemeinde" etabliert. Das Projekt wird seitens der Bevölkerung - nicht zuletzt aufgrund seiner positiven gesundheitsrelevanten Auswirkungen - sehr positiv bewertet und auch aktiv unterstützt.
Hindernisse, die zur Erreichung des Projektzieles bestehen, können in kleinen Schritten beseitigt werden. Die gute Arbeit der bereits jetzt praktizierenden BiowinzerInnen und deren "gesunde" Weingärten spielen eine außerordentlich große Rolle dabei und sind mit Sicherheit für ein Gelingen des Projektes mit verantwortlich.

Nachhaltige/langfristige Perspektiven und Anregungen:

Anstoß zu diesem Projekt hat Biowinzer Franz Weninger, Mitglied des Klimabündnis Stammtisch Horitschon gegeben. Dieser hat aufgezeigt, dass durch Initiative einiger weniger engagierter Personen, viel - auch über die Gemeindegrenze hinweg - erreicht werden kann. Das gesamte Projekt steht und fällt mit den teilnehmenden WinzernInnen, der erfolgreichen Behandlung ihrer Weingärten und vor allem der Qualität der produzierten Weine.


Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Umsetzung eines derartigen Projektes ist mit Sicherheit das Engagement der beteiligten WinzerInnen, deren Glaubwürdigkeit und vor allem ihre Kompetenz. Nur wenn die BiowinzerInnen einer Gemeinde qualitativ hochwertige Weine produzieren, kann und wird das Projekt Erfolg haben. Wer will nicht von den Besten lernen? Erzwingen kann man nichts. Schon gar nicht, wenn es keine Beispiele gibt, auf denen man aufbauen kann. "Nicht überreden - überzeugen" muss die Devise für ein derartiges Projekt lauten.

 

Motivationsfaktoren:

  • Verwirrmethode in Rust (ist eine biologische Schädlingsbekämfungsmethode zur Bekämpfung des Traubenwicklers)
  • KooperationspartnerInnen:

    BioAustria (www.bio-austria.at)

    Biohelp (www.biohelp.at)

    Klimabündnisstammtisch Horitschon (www.horitschon.at)

Projektrelevante Webadressen:

Informationen zum Thema Bioweinbau in Horitschon: www.blaufraenkisch.at/de/bioweinbau
sowie bei bei den beteiligten WinzerInnen:

und beim Klimabündnisstammtisch Horitschon

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