Diözese Linz vergab erstmals Umweltpreis

Der erste Umweltpreis der Diözese Linz wird für vorbildliche Projekte 

Der erste Umweltpreis der Diözese Linz wird für vorbildliche Projekte in einem bestimmten Bereich kirchlichen Umweltengagements vergeben und ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert. Gestiftet wird der Preis von der Ökostrom AG. Die Preisvergabe findet alle zwei Jahre statt. 2019 ist der Preis dem Bereich „ökofaires Fest“ gewidmet. „Ein Fest ist ein besonderer Tag, zu dem sich Menschen an einem Ort zu einem besonderen Zeitpunkt treffen und gesellig beisammen sind. Es kann aber auch Ausdruck der Verbundenheit mit der Schöpfung und des Bemühens um eine lebenswerte Zukunft sein“, erklärt Mag.a Lucia Göbesberger, Leiterin der Abteilung Gesellschaft und Theologie und Umweltreferentin der Diözese Linz, warum heuer ökofaire Feste mit dem „Laudato si‘“-Preis ausgezeichnet werden. Ökofair zu feiern bedeutet etwa, auf regionale, biologisch hergestellte, saisonale und fair gehandelte Produkte zu achten, Geschirr aus Porzellan und Besteck aus Metall zu verwenden, bereits beim Einkauf ab Abfallvermeidung zu achten, Tischschmuck aus natürlichen Materialien zu gestalten und umweltfreundliche Reinigungsmittel zu verwenden.

Ausgezeichnetes Umweltengagement in oö. Pfarren und Kindergärten

Für ihr „ökofaires Feiern“ ausgezeichnet wurden die Pfarre Niederneukirchen (1. Preis), die Pfarre Treffling (2. Preis) und die Pfarren Grünbach, Schwanenstadt & Rüstorf sowie Neumarkt im Mühlkreis (alle 3. Platz). Ein Sonderpreis ging an den Pfarrcaritas-Kindergarten Putzleinsdorf.

Umweltengagement der Diözese Linz

Die Diözese Linz hat sich mit ihrem Umweltleitbild bereits im Jahr 1996 auf den Weg gemacht, um Schöpfungsverantwortung in ihren Handlungsfeldern konkret werden zu lassen. Einen neuen Impuls brachte der Beitritt zum „Klimabündnis Österreich“ im Jahr 2005. Das Rundschreiben Laudato si‘ (2015) von Papst Franziskus war ein weiterer Anstoß, der von der Österreichischen Bischofskonferenz aufgenommen wurde. Alle österreichischen Diözesen sind aufgefordert, Umweltleitlinien zu erarbeiten. Das hat die Diözese Linz getan und sie 2017 gleichzeitig mit der Ökosozialen Beschaffungsordnung in Kraft gesetzt.

Ein Thema, das die Diözese Linz auch bereits über viele Jahre beschäftigt, ist die Mobilität. Bereits die erste Umweltbeauftragte Frau Buchberger rief zum Autofasten auf. Zur regelmäßigen Aktion wurde es in Oberösterreich 2006 und findet seither jährlich statt. Umweltfreundliche Mobilität schlägt sich aber auch innerbetrieblich nieder: So gibt es im Pastoralamt und mehreren anderen Einrichtungen, auch der Caritas, Betriebsräder oder ausleihbare Jahreskarten.

Artenschutz, ebenfalls unerlässlich für das ökologische Gleichgewicht, wird konkret in der Zusammenarbeit mit der Koordinationsstelle für Fledermausschutz. Die Diözese ist mit ihren Kirchen und anderen Gebäuden großer Herbergsgeber für die verschiedensten Fledermäuse. Niederschlag findet die Erhaltung der ökologischen Vielfalt bei der Gestaltung diözesaner Flächen, zum Beispiel von Friedhöfen. Die diözesane Friedhofsordnung sieht außerdem vor auf eine ökologische Pflege der Flächen zu setzen.

Die Ökosoziale Beschaffungsordnung, die gleichzeitig mit den Umweltleitlinien 2017 beschlossen wurde, befindet sich in Umsetzung. So prüft die Caritas derzeit, wie die Dienstkleidung ökologischen und sozialen Kriterien entsprechen kann und wie fair gehandelte Produkte in den Küchen eingesetzt werden können. Dabei wird sie von Südwind unterstützt. Ein weiterer Schritt, der sich gerade in Vorbereitung befindet, ist das Kompensationsprojekt für Flüge: Dabei kann man sich für unvermeidliche Flüge den CO2-Ausstoß errechnen lassen, der dann bepreist wird. Als Ausgleich leistet man einen finanziellen Beitrag in dieser Höhe für ein nachhaltiges Projekt.

Bildungsangebote, die sich der ökosozialen Krise und deren Lösungswegen widmen, gibt es in den verschiedensten Formaten der Bildungsanbieter der Diözese. Ganz greifbar wird das zum Beispiel im Projekt #gemeinsamgartln der Katholischen Jungschar. Ein Überblick, wie ökosoziale Verantwortung im Jahreskreis umgesetzt werden kann, bietet die vor kurzem online gegangene Website www.wirfairwandeln.at.

Schöpfungsverantwortung in die gesellschaftspolitische Debatte einzubringe, geschah lange Zeit zum Beispiel durch das Eintreten gegen Atomkraft. Aktuell zeigt sich das gesellschaftspolitische Engagement zum Beispiel in der Unterstützung der „Fridays for Future“. Sichtbar wurde dies zum Beispiel am Karfreitag 2019, wo Bischof Manfred Scheuer und andere ReligionsvertreterInnen das Wort für die Schöpfungsverantwortung ergriffen. Inzwischen hat sich daraus die Bewegung „Religions for Future“ gegründet, die inzwischen auch in anderen deutschsprachigen Ländern aufgegriffen wird.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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