Forschungs- und Kompetenzzentrum für Bauen und Energie am Sonnenplatz – das Herz des ersten Europäischen Passivhausdorfes zum Probewohnen® in Großschönau

Gemeinde: Großschönau, Bundesland: Niederösterreich

Link zur KB Gemeindeseite: www.klimabuendnis.at/marktgemeinde-grossschoenau

Weblink Gemeinde: www.grossschoenau.gv.at

Kurzbeschreibung:
Das Forschungs- und Kompetenzzentrum fungiert als Wissensdrehscheibe für energieeffizientes Bauen, Sanieren, Wohnen und Leben. Seminarräume für Aus- und Weiterbildung sowie Büros für Verwaltung und Forschung ergänzen das Angebot zum Probewohnen® im Passivhausdorf.

icon Energieeffizienz

Projektkategorie:
Energieeffizienz

Bürgermeister Martin Bruckner

Ansprechperson:
Bürgermeister Martin Bruckner
E-Mail: martin.bruckner@grossschoenau.gv.at
Tel.: 02815/6252

Persönliches Statement:

Ich will, dass meine Kinder Erben sind – und nicht bloß Hinterbliebene!

Fotoquelle: Sonnenplatz Großschönau

Projektinhalt und Ziel:

Seit 12.05.2007 ist Probewohnen® Realität! Der potentielle Käufer hat erstmals die Möglichkeit, die Funktionstüchtigkeit und Behaglichkeit des Passivhauses hautnah zu erleben. In der ersten Bauphase haben 5 Gesamtunternehmen gemeinsam mit Konsortialpartnern aus dem Bau- und Baunebengewerbe 5 Objekte mit 8 Wohneinheiten, die zum Probewohnen® zur Verfügung stehen, errichtet.


Interessierte können mit der ganzen Familie die Häuser zwischen zwei und sieben Nächte lang testen und so einen unmittelbaren Eindruck über die Vorteile eines Lebens im Passivhaus (Wohnkomfort, Behaglichkeit, Luftqualität, …) bekommen. Unterschiedliche Ausführungen der Gebäude (Holz-, Massiv- und Mischbauweise), der Architektur und der Technik geben den Interessierten aufschlussreiche Informationen. Unsicherheiten werden durch kompetente und firmenneutrale Beratung zu Bauen und Sanieren an Ort und Stelle abgebaut.


Das Forschungs- und Kompetenzzentrum für Bauen und Energie - ein klima:aktiv-Gold-zertifiziertes Energieplus-Gebäude - am Sonnenplatz wollen wir als Leuchtturm zur Erreichung der Energiewende, besonders in den Bereichen Bauen, Sanieren, Wohnen und Leben einsetzen. Neben der Verwaltung des Probewohnens im Passivhausdorf und dem Forschungsbereich entwickeln wir Ausbildungsprogramme für Gebäudeplaner, Handwerker, Techniker, kommunale Entscheidungsträger usw., welche in den Seminarräumen des Zentrums bzw. anhand der gebauten Objekte, der dazugehörigen Technik und Infrastruktur sowie der vorhandenen Neubau- und Sanierungsmodelle umgesetzt werden. Ziel der verschiedenen Ausbildungen ist es, Neubau und Sanierung in Passivhausqualität massiv zu forcieren, um so neben der Energieeinsparung eine Wertschöpfungskette, weg von Energieimporten hin zu arbeitsplatzwirksamen und zukunftssichernden Maßnahmen in der Region zu erreichen. Thermische Gebäudesanierung hilft zusätzlich, sowohl nationale Abhängigkeit zu verringern wie auch zur Absicherung sozial schwächerer Familien.


Neben den zahlreichen Exkursionsgruppen im Passivhausdorf wollen wir ab 2013 durch die Energieerlebniswelt möglichst viele Menschen "abholen und erreichen", die bisher noch kaum über ihren Energieverbrauch oder ihre Abhängigkeit von endlichen Ressourcen nachgedacht haben.

Im Mai 2013 wurde das Angebot um die einzigartige Erlebnisausstellung SONNENWELT erweitert. Die SONNENWELT ist dreisprachig (Deutsch, Englisch, Tschechisch) und multimedial, zur Wissensvermittlung durch einfache und spielerische Methoden, als Indoorausstellung errichtet. Die SONNENWELT bietet Spiel, Spaß und Spannung für Besucher jeden Alters. Eine multimediale Ausstellung zum Thema Leben mit der Kraft der Sonne vom Nomadentum über Ägypter und Römer bis in die Zukunft. Die Weisheit alter Kulturen verbindet sich mit der Technik der Zukunft. Alle Gäste - von 3 bis 99 Jahre - sind von der detailgetreuen Umsetzung und der Vielfalt an Aktionsmöglichkeiten und Informationen begeistert.

Diese soll jährlich ca. 25.000 Besucher anziehen. Die Themen Klimaschutz, Ressourcenschonung und Energieeffizienz werden in spannender, interessanter und verständlicher Art anhand der Lebensgeschichte der Menschheit seit der Sesshaftwerdung vor etwa 10.000 Jahren, in Zeitzonen, über die Gegenwart mit Blick in die Zukunft reichend, vermittelt. Mein persönliches Ziel ist, die Klima- und Energiemodellregion Lainsitztal und Umgebung bis 2030 und das Waldviertel bis spätestens 2040 energieautark zu machen. Nachdem wir in unserer Modellregion (10.500 Einwohner, 7 Gemeinden) eine umfassende Energiedatenerhebung durchgeführt haben, wissen wir, dass wir derzeit etwa 55% aller Energie nur für Gebäudewärme verbrauchen. Die thermische Sanierung des Gebäudebestandes alleine würde bereits ausreichen, die Region energieautark im Sinne des Jahresverbrauches aus regionalen erneuerbaren Energiequellen zu machen. Natürlich behandeln wir auch die Themen Mobilität, Konsum, Ernährung und erneuerbare Energie.
 

Bürgermeister Martin Bruckner:

„Mein persönliches Ziel ist, die Klima- und Energiemodellregion Lainsitztal und Umgebung bis 2030 und das Waldviertel bis spätestens 2040 energieautark zu machen. Nachdem wir in unserer Modellregion (10.500 Einwohner, 7 Gemeinden) eine umfassende Energiedatenerhebung durchgeführt haben, wissen wir, dass wir derzeit etwa 55% aller Energie nur für Gebäudewärme verbrauchen. Die thermische Sanierung des Gebäudebestandes alleine würde bereits ausreichen, die Region energieautark im Sinne des Jahresverbrauches aus regionalen erneuerbaren Energiequellen zu machen. Natürlich behandeln wir auch die Themen Mobilität, Konsum, Ernährung und erneuerbare Energie.“

Projektablauf:

Das Gesamtprojekt Sonnenplatz Großschönau entstand aus der Bemühung, die BIOEM mittelfristig abzusichern und mehr Kompetenz bzw. Arbeitsplätze direkt zu schaffen, bereits im Jahr 2001. Erster großer Meilenstein war die Eröffnung des 1. Europäischen Passivhausdorfes zum Probewohnen® 2007. Das Kompetenzzentrum wurde erstmals 2006 durch einen Planungswettbewerb entworfen. Aufgrund der Finanzkrise 2008 wurden aber Förderzusagen gekürzt und die Planung des Gebäudes musste gänzlich überarbeitet werden. Die konkrete bauliche Umsetzung des Projekts begann im Februar / März 2011. Am 16.11.2011 konnte nach nur 9-monatiger Bauphase das Forschungs- und Kompetenzzentrum feierlich eröffnet werden. In der ebenfalls errichteten Ausstellungshalle befindet sich seit Mai 2013 die einzigartige Erlebnisausstelung SONNENWELT.

Fotoquelle: Sonnenplatz Großschönau

Angabe bzw. Abschätzung der Kosten in EUR:

Das Projekt wurde von den Brüdern Josef und Martin Bruckner, beide inspiriert von der Lebensphilosophie des ehemaligen Waldviertelmanagers Adi Kastner, als geschäftsführende Gesellschafter der Sonnenplatz Großschönau GmbH und in verschiedenen örtlichen Funktionen tätig, initiiert. Die Gemeinde Großschönau und 4 Regionsgemeinden leisteten über ihre Beitrittsgebühr zum Verein Sonnenplatz Großschönau einen finanziellen Beitrag in Höhe von 130.000,--Euro. Die Gesamtfinanzierung wurde durch die Sonnenplatz Großschönau GmbH sowie den Verein Sonnenplatz Großschönau erbracht. Unterstützend wurden sowohl Mittel des Klimafonds, von Eco+ und dem Land Niederösterreich als auch Beiträge aus der Bauindustrie und -wirtschaft erreicht. Die Projektabwicklung erfolgte durch die Sonnenplatz Großschönau GmbH sowie den Verein Sonnenplatz. Für die Errichtung des Kompetenzzentrums wurden 2.000.000,-- Euro aufgewendet. Die Realisierung der SONNENWELT nimmt etwa 1.500.000,-- Euro in Anspruch.

Nachweisbare CO2 Einsparungen in Tonnen:

mit einem Passivhaus lassen sich etwa 93 kg /m²/a an CO2 einsparen; im Gegensatz zu bereits bestehenden Gebäuden
 

Projekterfolge:

  • 2000: Klimabündnisgemeinde
  • 2002: Europäischer Dorferneuerungspreis
  • 2005: Energieregion der Zukunft und Sieger bei der NÖ Blumenschmuckaktion
  • 2007: ÖGUT-Umweltpreis
  • 2008: Anerkennungspreise Helios & European Environmental und Energieeffizienteste Gemeinde Österreichs
  • 2012: Climate Star 2012
  • 2012: e5-Gemeinde
  • Rund 4.700 Probewohner (Stand 2012)
  • zahlreiche Exkursionen (national und international)
  • Mehr als ¾ aller Probewohnfamilien wurden durch den Aufenthalt am Sonnenplatz Großschönau von der energieeffizienten Bauweise überzeugt
  • Enorme Medienpräsenz in Fernsehen, Printmedien und Internet bei der Eröffnung des Kompetenzzentrums
  • Das Kompetenzzentrum wird gerne als Veranstaltungsort verwendet, da als Mehrwert für die Veranstaltungen eine Menge von Praxisbeispielen vorgezeigt werden können (Passivhausqualität, Praxismodelle zu Neubau und Sanierung etc.).
  • Laufend Schulungsdurchgänge für Handwerker, Ausbildung zum zertifizierten Passivhausplaner, Seminare für kommunale Entscheidungsträger und Energieberaterkurse im Forschungs- und Kompetenzzentrum
  • 2013: Im Rahmen des Projekts KomKlimA (Kommunaler Klimaschutz-Aktionsplan für Österreich) wurde das Passivhausdorf am Sonnenplatz in der Kategorie "Gebäudetchnologien und -konzepte - Passivhausqualität der Gebäudehülle im Neubau" als Best-Practice-Beispiel ausgezeichnet.

    Mit dem Kernziel, den Einsatz von innovativen Energie- und Mobilitätstechnologien in österreichischen Gemeinden zu forcieren, richtet sich das Projekt KomKlimA strategisch folgendermaßen aus (www.komklima.at):

     - Analyse österreichischer Kommunen zu den Themen Einsatz klimafreundlicher Technologien, Energiebedarf, Emissionsbilanzen und     kommunale Rahmenbedingungen
     - Identifikation von Best-Practice-Beispielen
     - Analyse des Potenzials neuer Energie- und Mobilitätstechnologien
     - Erarbeitung eines Aktionsplans „Klimatechnologien“
     - Entwicklung von Tools zur Unterstützung und Umsetzung des Aktionsplans und auf die
     - Evaluation von Aktionsplan und Tools in ausgewählten österreichischen Gemeinden



     

Fotoquelle: Klimabündnis Homepage

Nachhaltige/langfristige Perspektiven und Anregungen:

Das Forschungs- und Kompetenzzentrum soll DIE Drehscheibe für energieeffizientes Bauen, Wohnen und Sanieren werden. Der Ausbildungsbereich wird derzeit verstärkt ausgebaut. Ziel ist es, die Passivhaustechnologie in den Bereichen Neubau und Sanierung zu verbreiten. Es ist allgemein bekannt, dass die Komponenten bereits am Markt vorhanden sind, doch in der Umsetzung liegt noch enormes Potential.
Auf der einen Seite stehen die Aus- und Weiterbildung der Architekten und des ausführenden Gewerbes, auf der anderen Seite werden auch Maßnahmen für die Endkunden gesetzt. Durch Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für diese Zielgruppen wird es uns gelingen, den Anteil an Passivhausneubauten als auch den Anteil in der qualitätsvollen thermischen Sanierung wesentlich zu steigern.


Ein derart umfassendes Projekt kann nur realisiert werden, wenn die vielen Hindernisse konsequent abgearbeitet werden. Entweder viel Geld und damit finanzierte engagierte Berater oder hoher persönlicher Einsatz der Projektträger ist ein unumgängliches "must". Wichtig ist es, eine klare Strategie zu entwickeln und diese kontinuierlich mit Leben zu füllen. Kompetenzerwerb ist sehr hilfreich. Probleme gibt es bei einem derart umfassenden Projekt sehr viele (u.a. Finanzierung, Marktpositionierung). Die Bevölkerung wurde über unterschiedliche Kreise und Kanäle eingebunden und hat nach Realisierung letzte Zweifel überwunden. Während der Bauphase des Forschungs- und Kompetenzzentrums gab es "Tage der offenen Baustelle" und nach Fertigstellung einen umfassend organisierten "Tag der offenen Tür".
 

Motivationsfaktoren:

Die Idee des Forschungs- und Kompetenzzentrums für Bauen und Energie baut auf einem umfassenden Nachhaltigkeitsdenken in der Gemeinde Großschönau auf. Nach der BIOEM und dem Passivhausdorf zum Probewohnen® wird das Thema des energieeffizienten Bauens, Wohnens und Sanierens im errichteten Kompetenzzentrum gebündelt.
Gerne geben wir unser Wissen weiter.


Projektrelevante Webadressen:
http://www.sonnenplatz.at

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