Das Weltbild der indigenen Völker

Teil 4 der Wissensserie zur Partnerschaft der österreichischen Klimabündnis-Gemeinden mit der FOIRN, Dachverband der indigenen Organisationen am Rio Negro.

Foto: Brigitte Drabeck / KBÖ

Insgesamt leben in ganz Amazonien heute noch 385 indigene Völker, einige Dutzend davon in freiwilliger Isolation. Jedes Volk verfügt über eine eigene Kultur und Kosmovision, die in den vergangenen Jahrhunderten durch die westliche Zivilisation in unterschiedlichem Maße beeinflusst wurden. Das feuchtheiße Klima, verbunden mit guten Kommunikationswegen – das umfangreichste Flussnetz der Erde – und einer fast unbegrenzten Ressourcenvielfalt bieten hervorragende Voraussetzungen für ein Leben mit, in und vom Regenwald.

Gleichzeitig ist er aber auch ein sehr labiles Ökosystem, das auf Grund der Nährstoffknappheit in den Böden leicht zerstört werden kann und daher mit Vorsicht und Weisheit genutzt werden muss.

Das Weltbild der indigenen Völker ist geprägt durch die Einsicht, dass alles miteinander in Beziehung steht, dass alle Lebewesen untereinander verwandt sind und ursprünglich über eine gemeinsame Sprache verfügten.

Alles was auf der Erde existiert, sowie auch darüber und darunter, bildet ein System, in dem Gleichgewicht herrscht. Die Menschen in Amazonien verstehen sich als Teil dieses Ganzen. Für ein funktionierendes Zusammenleben untereinander und mit der umgebenden Natur gibt es Regeln, deren Einhaltung von den Schamanen und Ältesten überwacht wird. Tänze, Musik und Gesänge folgen uralten Überlieferungen und haben mythologische Bedeutung. An den Festen nehmen alle DorfbewohnerInnen teil, jede Familie bringt Essen und Getränke mit, die an alle verteilt werden.

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