Pflanzenölentwicklung und Fahrzeugnachrüstung in Zwettl

Gemeinde: Zwettl, Bundesland: Niederösterreich

Link zur KB Gemeindeseite: www.klimabuendnis.at/klimabuendnis-betriebe

Weblink Gemeinde: www.zwettl.at/

Kurzbeschreibung:
Im Rahmen des Projekts KomKlimA (Kommunaler Klimaschutz-Aktionsplan für Österreich) wurde die Waldland VWP im Bereich "Alternative Antriebstechnologien - Fahrzeugnachrüstung auf Agrotreibstoffe" als Best-Practice-Beispiel ausgezeichnet.

icon Mobilität

Projektkategorie:
Mobilität

www.komklima.at

Franz Rössler

Telefon: +43 (0)2826 7443-0

E-Mail: info@pflanzenoel-motor.at; franz.roessler@waldland.at
Homepage: http://www.waldland.at/waldland.php

zum Projekt KomKlimA:

Mit dem Kernziel, den Einsatz von innovativen Energie- und Mobilitätstechnologien in österreichischen Gemeinden zu forcieren, richtet sich das Projekt KomKlimA strategisch folgendermaßen aus:

  • Analyse österreichischer Kommunen zu den Themen Einsatz klimafreundlicher Technologien, Energiebedarf, Emissionsbilanzen und kommunale Rahmenbedingungen
  • Identifikation von Best-Practice-Beispielen
  • Analyse des Potenzials neuer Energie- und Mobilitätstechnologien
  • Erarbeitung eines Aktionsplans „Klimatechnologien“
  • Entwicklung von Tools zur Unterstützung und Umsetzung des Aktionsplans und auf die
  • Evaluation von Aktionsplan und Tools in ausgewählten österreichischen Gemeinden
  • http://www.komklima.at
Bildquelle: www.waldland.at

Projektinhalt und Ziel:

Der Waldlandhof, der in der Nähe von Zwettl mitten im Waldviertel liegt, ist das Zentrum der gesamten Waldland Organisation. Waldland ist ein Produktions- und Verarbeitungsbetrieb von pflanzlichen und tierischen Spezialitäten und ein Netzwerk zur Schaffung neuer Arbeitsgemeinschaften.

Energieproduktion:
Pflanzliche Öle sind volumenbezogen der dichteste verfügbare, reproduzierbare Energiespeicher in flüssiger Form. Dieser Energiespeicher dient als motorisches Antriebsmittel und kann überdies reproduziert werden. Es ist damit zu rechnen, dass zunehmend - vor allem im landwirtschaftlichen Bereich - motorische Verbrennungssysteme für pflanzliche Öle konzipiert werden. Auf die Landwirtschaft kommen damit zusätzliche Aufgaben zu. Dies steht aber keinesfalls im Gegensatz zu anderen Aufgaben der Zukunft. Beispielsweise kann die Erweiterung der EU, die derzeit unter anderem wegen der landwirtschaftlichen Konkurrenz zu Osteuropa stagniert, mit pflanzlichen Ölen sinnvolle Produkte in der Landwirtschaft definieren, die eine Integration nicht nur ermöglichen, sondern unter Umständen sogar notwendig machen.

Jahresdurchsatz: 600 - 1.000 t Raps
Jahresproduktion: 200 - 330 t Biodiesel

Umrüstung:

Folgende Dieselmotortypen können umgerüstet werden:

  • Direkteinspritzermotoren
  • Vor- und Wirbelkammermotoren

Nach der Motoradaptierung kann das Fahrzeug mit reinem Pflanzenöl betrieben werden. Trotz der Umrüstung ist es aber möglich fossilen Diesel pur oder in jeder beliebigen Mischung mit Pflanzenöl zu verwenden. Durch diese flexible Gestaltung werden auch längere Auslandsfahrten und das Fahren während strenger Winter möglich. Im Winter kann man mit reinem Rapsöl bis zu 0 °C fahren. Bei tieferen Temperaturen muss also Winterdiesel beigemengt werden oder man lässt eine Motorvorwärmung einbauen. Abgasnormen werden weiterhin eingehalten. Fahrzeuge der folgenden Marken werden umgerüstet:

VW, Fiat, Audi, Peugeot, Seat, Renault, Skoda, Nissan, Citroën, Toyota, Mitsubishi, BMW, Deutz-Fahr, Fendt

Projektablauf:

Die Geschichte von Waldland beginnt bereits viel früher als ihre eigentliche Gründung. Während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die nördlichen und östlichen Grenzregionen Niederösterreichs, besonders aber das Waldviertel, wirtschaftlich und infrastrukturell benachteiligt. Um in dieser Situation neue Wege aufzuzeigen, begann im Jahr 1980 die landwirtschaftliche Fachschule Edelhof mit dem Anbau "neuer" Kulturen, wie Mohn oder verschiedene Kräuter, Impulse zur Diversifizierung der Landwirtschaft zu setzten.

Um die Vermarktung der pflanzlichen und tierischen Produkte zu forcieren, gründeten die beiden Vereine im Jahr 1989 die Waldland Vermarktungs GesmbH. Um der neugegründeten Firma strukturell Spielraum zu geben, wurde ein alter Gutshof in Oberwaltenreith gekauft, der in schrittweise saniert und erweitert wurde. Durch die nun auch sichtbare Verkaufspräsenz am Waldlandhof und seit 1993 am Petersplatz in Wien, nahm die Bekanntheit und Beliebtheit der Waldland Produkte rasch zu.

Durch die gewonnenen Erkenntnisse über die Produktion und Verarbeitung von verschiedensten Pflanzen, wurde auch die pharmazeutische Industrie auf Waldland aufmerksam. Seit dem Jahr 1997 kultiviert und verarbeitet Waldland Heilpflanzen, die Basis verschiedenster Medikamente sind.

In den beiden folgenden Jahren wurde der Geschäftszweig von Waldland durch die Beteiligung an zwei neuen Unternehmen (Öl- und Bioenergie Kautzen; Waldviertler Flachshaus GesmbH) ausgeweitet. So kamen die Bereiche Pflanzenöl und Faserproduktion hinzu. Der bislang jüngste Geschäftsbereich von Waldland stellt die Umrüstung von dieselmotorischen Fahrzeugen auf den Betrieb mit Pflanzenöl dar.

Bildquelle: www.energyprojects.at

Angabe bzw. Abschätzung der Kosten in EUR:

k.A.

Nachhaltige/langfristige Perspektiven und Anregungen:

Derzeit sind rund 750 Bauern aus dem gesamten Waldviertel Mitglied bei Waldland. Am Waldlandhof werden v.a. pflanzliche und tierische Rohstoffe der Region gemeinschaftlich verarbeitet. Dadurch bleibt nicht nur die Wertschöpfung in der Region, sondern erst dadurch kann eine rasche und flexible Anpassung an neue Rohstoffzusammensetzungen und Absatzchancen erfolgen.

Da das Öl lediglich aus den chemischen Stoffen C (Kohlenstoff), H (Wasserstoff) und O (Sauerstoff) besteht, kann Pflanzenöl ohne Verringerung der Bodenfruchtbarkeit entnommen und gehandelt werden.

Projektrelevante Webadressen:

weitere Informationen unter:

http://www.energyprojects.at

http://www.waldland.at/waldland.php

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