GOLD

Hunger, Gewalt und Spekulation

Eine blutige Vergangenheit

Die Geschichte von Gold ist seit jeher mit Blut behaftet – sie führte zu Raubzügen, Kriegen und Genoziden. Bis heute ist Goldabbau mit verheerenden Umwelt- und Gesundheitsschäden sowie Menschenrechtsverletzungen verbunden. Da Gold zumeist nur in gebundener Form vorkommt, werden zu seiner Gewinnung riesige Mengen an Wasser sowie giftige chemische Substanzen benötigt. Dazu gehören Quecksilber, Arsen, Zyanid oder Schwermetalllösungen, die letztlich das Grundwasser und die Flüsse kontaminieren. Artenvielfalt und Ernährungssouveränität der Menschen werden dadurch massiv gefährdet.

Auf Kosten indigener Völker

Dieses in seinem Rohzustand so unscheinbar wirkende Edelmetall findet heute vielerlei Anwendung, vor allem nach wie vor als Schmuck und Wertanlage, aber auch in anderen Bereichen wie Optik, Medizin und Technik. Besonders stark betroffen von den negativen Folgen des Abbaus sind indigene Völker wie die Yanomami. Auf ihrem Territorium im NW Brasiliens, welches bis nach Venezuela reicht, musste 2022 der humanitäre Notstand ausgerufen werden. Mehr als 20.000 illegale Goldsucher besetzten alleine seit 2020 das Land der Yanomami. Vor allem Frauen und Kinder
sind dort Opfer von Hunger und Mangelernährung sowie sexuellen Krankheiten und ungewollten Schwangerschaften durch Vergewaltigungen. Auch Alkoholismus, Drogenabhängigkeit und häusliche Gewalt gehen mit dem illegalen Abbau von Gold einher.

Ein endloser Kampf

Joênia Wapixana, die indigene Rechtsanwältin und erste Präsidentin der FUNAI, der staatlichen Behörde Brasiliens für Indigene Angelegenheiten, fordert daher, dass illegale Goldsuche als Schwerverbrechen bestraft wird. Es ist ein Gewaltakt gegen die Umwelt, die Gesundheit, die Kultur und das Leben selbst. Doch derlei Gesetze braucht es vor allem auf internationaler Ebene, wo Kontrollen verstärkt und der Goldhandel international neu geregelt werden müssen. Denn selbst die massiven Maßnahmen, welche die brasilianischen Behörden im Gebiet der Yanomami setzen, um Goldarbeiter:innen zu vertreiben und deren Infrastruktur inklusive illegaler Kleinstflughäfen zu zerstören, sind dabei nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Kurze Zeit später, schlagen diese ihre Zelte neuerlich auf und der Kampf beginnt von vorne.

Goldabbau