Der ökologische, soziale und ökonomische Nutzen naturbasierten Lösungen ist vielfältig – hierzu zählen beispielsweise Schutzmaßnahmen vor Hochwasser, Lawinen, Erdrutschen, Waldbränden, oder der Wärmeinseleffekt. Naturbasierte Lösungen sind Maßnahmen, die gesellschaftliche Herausforderungen wie die Anpassung an den Klimawandel kosteneffizient angehen und gleichzeitig dem menschlichen Wohlbefinden und der biologischen Vielfalt zugutekommen. Sie reichen vom Schutz von Ökosystemen bis hin zur Wiederherstellung von geschädigten Ökosystemen.
Wir alle kennen naturbasierte Lösungen in Tirol, beispielsweise Flussrevitalisierung wilder Gebirgsflüsse wie am Beispiel des Lech. Auch die Tiroler Wälder, die zu 70 % Schutzwälder zählen dazu. Folglich sind naturbasierte Lösungen für Tirol nichts Neues.
Es gibt derzeit jedoch noch keine Standardmethode, um den wirtschaftlichen Nutzen naturbasierter Lösungen zu berechnen, z.B. bei der Reduktion von Klimarisiken, die für öffentliche und private Akteure sowie Planer:innen, Investor:innen oder Versicherungen wichtig sind.
Im Rahmen von Invest4Nature wird durch die Erfahrungen aus lokalen naturbasierten Lösungen in Tirol und Europa eine Bewertungsmethodik entwickelt, die zukünftig fundierte Kosten-Nutzen-Analysen ermöglichen soll.
Dies führt zu einem besseren Verständnis der Vorteile und schafft Anreize für Investitionen in naturbasierte Lösungen und steigert deren Marktakzeptanz. Durch die Kooperation mit regionalen Partner:innen in Tirol werden aktuell zwei naturbasierte Lösungen in Tirol im Rahmen von Invest4Nature unter die Lupe genommen.
Bis vor Kurzem war das dynamische Flusssystem des Tiroler Lechs über weite Strecken kein dynamisches Wildflusssystem mit alpinen Abschnitten, sondern ein Fluss, der an vielen Stellen begradigt und seines Geschiebes beraubt worden war.
Im Rahmen der LIFE-Projekte am Tiroler Lech (2001–2007, 2016–2022) wurden naturbasierte Maßnahmen zur Erhaltung und Revitalisierung der Wildflusslandschaft umgesetzt. Dazu gehörten die Redynamisierung des Flusses, der Abbau von Geschiebesperren, oder die Schaffung von über 200.000 m² Retentionsfläche, um die negativen Folgen früherer grauer Maßnahmen auszugleichen.
Der Waldboden hat ein besondere Rolle für das Funktionieren eines klimafitten Bergwaldes. Er ermöglicht forstwirtschaftliche Nutzung, speichert Wasser, reguliert den Abfluss und trägt zur Klimaregulierung bei.
Unter dem Motto „Nachhaltig nützen und langfristig schützen“ wurden vor zwei Jahrzehnten in der Gemeinde Wildermieming Maßnahmen zur bodenschonenden Verjüngung der Kiefernwälder erarbeitet. Statt Kahlschlägen setzt man auf kleinräumige Pflege und Aufforstung mit fehlender Baumarten und Sträuchern, um einen stabilen Misch- und klimafitten Bergwald zu schaffen.
Kooperationspartner:innen
15 Partner:innen aus 11 Ländern
Regionale Kooperationspartner:innen
Zielgruppe
Gemeinden und Regionen, Naturparks, Betriebe und Gemeinde
Durchführung: Juli 2022 – Juni 2026
Fördervolumen 4. 995 172.50 Euro
Förderprogramm EU Horizont Eruope HORIZON-CL6-2021-BIODIV-01
Finanziert mit dem Horizon Europe Programm der Europäischen Union und unterstützt durch regionale und lokale Partner:innen aus Tirol
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